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Vortragsabend
zum Thema
Die Bundeswehr
-
eine Parlamentsarmee!?
Referentin:

Frau Ulrike Merten
Präsidentin der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik
Bielefeld
am
Donnerstag, 31. März 2011, 18.00 Uhr
im
Offizierkasino der Theodor-Blank-Kaserne
in Rheine -
Bentlage
*****
Eigener
Bericht zur Veranstaltung
Erneute epochale Umbrüche für die Bundeswehr
Ehrenwappen der Präsidentin an Heinz Töller
Rheine/Kreis Steinfurt (mge) -
Ulrike Merten, ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des
Deutschen Bundestages, war jetzt zu Gast in Rheine. Auf Einladung der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V. Sektion Rheine
(GfW) sprach die Verteidigungspolitikerin über aktuelle Themen der
Außen- und Sicherheitspolitik in der Theodor-Blank-Kaserne zu
Bentlage.

Präsidentin der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V.,
Ulrike Merten, sprach
bei der Sektion Rheine in der Theodor-Blank-Kaserne
GfW-Sektionsleiter Heinz
Töller begrüßte im voll besetzten Saal des Offizierheims die Vertreter
von Stadt und Bundeswehr, besonders den Vize-Bürgermeister Karl-Heinz
Brauer sowie den Stellvertretenden Kommandeur des
Münsterlandregiments, dem mittleren Transporthubschrauber-Regiment 15,
Oberstleutnant Markus Doerenkamp. Als Kooperationspartner fungierten
an der Debatte auch der Reservistenverband und der Deutsche
BundeswehrVerband e.V., dessen Bezirksvorsitzender Oberstleutnant
Reinhard Schlepphorst natürlich mit von der Partie war.
SPD-Politikerin Ulrike Merten
ist übrigens seit April letzten Jahres neue GfW-Präsidentin und damit
Nachfolgerin von CDU-Frau Claire Marienfeld. In ihrer fast
einstündigen Rede ging Merten besonders auf die aktuelle
Bundeswehr-Reform ein und verwies auf die erneuten "epochalen
Umbrüche", die den Deutschen Streitkräften jetzt ins Haus stünden.
"Der Haushalt der Bundeswehr ist seit Ende der neunziger Jahre auf
Rand genäht", bemerkte Merten. Ihr fehlt derzeit die
sicherheitspolitische Analyse. Einsparzwänge stünden zu sehr im
Vordergrund. Auch wünschte sich Merten eine größere Debatte um die
Wehrpflicht. "Das ging doch ziemlich geräuschlos über die Bühne, was
wohl daran gelegen haben mag, dass zwischen den Parteien ein Konsens
über den Wegfall der Wehrpflicht herrschen würde. Und
Attraktivitätsmaßnahmen zur Personalgewinnung kosten erstmal viel
Geld, das wir eigentlich nicht haben." Was unsere Sicherheit wert
wäre, frug Merten offen in die Diskussionsveranstaltung. Denn fatal
wäre eine Sicherheitspolitik nach Kassenlage. Dennoch verteidigte die
ehemalige Verteidigungsausschuss-Vorsitzende den Status der
Parlamentsarmee. "Um diesen Status und diesen Einfluss beneiden uns
viele Staaten, nicht nur in der Nato."
Auf die Frage hin, wie man
denn am Besten auf die Standortdebatte agieren könne, meinte Merten,
dass ein sehr breiter Konsens nötig wäre. "Die Landesregierung in
Düsseldorf müsse unbedingt auf die Interessen des Münsterlandes und
der Region Steinfurt/Rheine hingewiesen werden. Politische
Entscheidungsträger aller Parteien müssten an einem Strang ziehen, um
die Heeresflieger hier in Rheine zu halten. Und man muss für die guten
Argumente, die für Rheine sprechen, werben und darüber breit
informieren. Das forderte der Fragesteller Martin Gerdes,
Landesvorsitzender der GfW in Nordrhein-Westfalen. Gerdes kommt aus
dem Patenkreis Recklinghausen und verwies darauf, das Rheine nicht
isoliert betrachtet werden darf. Es sei im Interesse aller Kreise hier
im Regierungsbezirk, dass der moderne Standort Rheine weiterhin von
Bestand bleiben kann. "Die zivilen und politischen Interessengruppen
vom Reservistenverband, Bundeswehrverband, GfW und die erreichbaren
Abgeordneten und Bürgermeister müssen sich sichtbar für Rheine stark
machen", empfahl Martin Gerdes.

Sicherheitspolitische
Expertise in Rheine, v.l.
Oberstleutnant Reinhard Schlepphorst, Bezirksvorsitzender des
Deutschen BundeswehrVerbandes, Heinz Töller, GfW-Sektionsleiter in
Rheine, Ulrike Merten, Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Brauer,
Oberstleutnant Markus Doerenkamp, Stellvertretender Kommandeur des
Münsterland-Regimentes aus Rheine
Für seine über 25-jährige
Tätigkeit als GfW-Sektionsleiter in Rheine und Urgestein in diesem
außen- und sicherheitspolitischen Forum wurde Heinz Töller von Ulrike
Merten mit dem Ehrenwappen der Präsidentin der GfW ausgezeichnet. Der
völlig überraschte Töller freute sich darüber sehr und bedankte sich
auch bei seiner Frau Rita, die sein Engagement in diesen vielen Jahren
immer unterstützte. Glückwünsche zum Ehrenwappen kamen natürlich nicht
nur von den Heeresfliegern aus Rheine-Bentlage.
Text und Fotos: GfW NRW - Martin Gerdes
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