Nachschau - Veranstaltung am 15.10.2012

 

Pressebericht zum Vortragsabend

vom 17.10.2012

Der Kommandierende General Ton van Loon sprach in der Kaserne Bentlage

Deutsch-Niederländisches Korps ist ein Beispiel für „gelungene Integration“

„Die neuen Strukturen der Nato und ihre Konsequenzen für das Korps“ – darüber sprach der Kommandierende General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster, Generalleutnant Ton van Loon (2.v.r.) bei einem Vortrag am Montagabend in der Theodor-Blank-Kaserne. Heinz Töller (2.v.l.) hatte als Sektionsleiter der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik dazu eingeladen. Mit im Bild Kasernenkommandant Markus Doerenkamp (l.) und stellvertretender Bürgermeister Bernd Lunkwitz. Foto: Koch

Rheine - „Die Gründung des gemeinsamen deutschniederländischen Korps in Münster im Jahr 1995 halte ich für ein äußerst gelungenes Integrationsmodell für Europa hinsichtlich der Verteidigungszusammenarbeit“, sagte der Kommandierende General des 1. deutsch-niederländischen Korps in Münster, Generalleutnant Ton van Loon, bei einem Vortrag am Montagabend in der Theodor-Blank-Kaserne.

Von Wilhelm-Otto Koch

Für van Loon sei es der Beginn einer „Zeit der Veränderungen“ gewesen. Der Wahlspruch „Together we are strong“ (Gemeinsam sind wir stark) habe seitdem für ihn an Bedeutung gewonnen.

Der militärische Einsatz von heute sei multinational, komplex und vernetzt. In diesem Zusammenhang müsse man darin die bewährten Fähigkeiten üben und nochmals üben. Die weltweiten Generaleinsätze ISAF (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe zum Zweck der Sicherheits- und Aufbaumission unter Nato-Führung) stünden unter großer Veränderung. Aus dem Üben sei immer mehr Realität geworden, reales Sterben von Soldaten von Kosovo bis Afghanistan. Seit dem Kosovo habe sich die Welt völlig geändert. Im Militär als verlängerter Arm des politischen Willens gebe jede Nation ihr Bestes in der Komplexität des Geschehens, da sei er sicher.

Generalleutnant Ton van Loon beim Vortrag in Rheine

Dennoch müsse man sich die Frage stellen: „Was brauche ich, um einen Staat, eine Nation aufzubauen?“ Wo allgemeine Strukturen fehlten, müsse die Demokratie vom Grundsatz her gestaltet werden, begonnen beim Aufbau von Polizei über demokratische Wahlen bis hin zur Rechtsstaatlichkeit und Entwicklung der Wirtschaft. „Afghanistan ist jetzt rapide im Aufbau“, stellte van Loon fest. Darunter sei die Entstehung des jetzigen Militärs in Afghanistan nach seiner Meinung eine Erfolgsgeschichte.

Im Übrigen wollten die Leute in Afghanistan zwar wählen, aber als Erstes wollten sie leben. Sicherheit und Schulen stünden zudem ganz vorne.

Deshalb sei die Information bezüglich der vernetzten Operationen so wichtig. An den Operationen sei die Beteiligung aller vonnöten.

„Wir müssen endlich mal lernen, alle gemeinsam etwas aufzubauen“, appellierte van Loon an die Zuhörer. „Wir müssen mehr teilen und verteilen“, so van Loon weiter. Wenn es nach ihm ginge, könne man alle Sicherheitsoffiziere entlassen und dafür Verteilungsoffiziere einstellen.

Es sei möglich, dass zum Beispiel ein niederländischer Offizier ein deutsches Bataillon führt oder umgekehrt. Arjen van Robben spiele schließlich auch für Bayern München im roten Trikot und für die niederländische Nationalmannschaft in Orange. Die Glaskugelfrage, wann denn das ausländische Militär Afghanistan endgültig verlasse, konnte der 56-jährige General auch nicht beantworten. Wohl aber sagte er, dass die militärische Präsenz jetzt gewaltig reduziert würde. Die dortige Regierung müsse selber Verantwortung übernehmen. „Abgeschoben vom Ufer haben wir sie, jetzt müssen sie alleine rudern“, lautete sein Kommentar. In der Zukunft sei Helfen in Form von Entwicklungshilfe, Beratung und Ausbildung angesagt.

Heinz Töller, früher Offizier in der Kaserne Gellendorf, Sektionsleiter der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik der Sektion Rheine, hatte den hochrangigen Nato-Offizier zu einer Informationsveranstaltung nach Rheine geholt. Oberstleutnant Markus Doerenkamp von den Heeresfliegern begrüßte den Niederländer und zahlreiche Soldaten sowie zivile Gäste bei Beginn der Veranstaltung im Offizierskasino.

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