• Do, 21. Juni 2012
    Düren
    Vortragsabend
    "Der Arabische Frühling und seine
    Bedeutung für Europas Sicherheit"
  • Di, 19. Juni 2012
    Lippstadt
    Informationsreise nach
    Schloß Holte - Stukenbrock
    und Senne
  • Do, 14. Juni 2012
    Rhein-Erft-Kreis / Kreis Euskirchen
    Informations- und
    Bildungsfahrt
    nach Bonn
  • Di, 22. Mai 2012
    Minden - Bückeburg
    Vortragsabend "Die aktuelle
    Lage in Syrien und in anderen
    Ländern des 'Arabischen Frühlings'"
  • Fr, 11. Mai 2012
    Aachen - Heinsberg
    Pressebericht zum Vortrag
    "Vorbeugen ist besser als heilen"
    am 24.04.2012
  • Fr, 11. Mai 2012
    Rhein-Erft-Kreis / Kreis Euskirchen
    Eigenbericht zum Vortrag
    "Die Volksrepublik China - eine
    Gefahr für die globale Sicherheit?"
  • Mo, 07. Mai 2012
    Lippstadt
    Pressebericht
    "Zeugen und Opfer schützen"
    zur Veranstaltung am 24.04.2012
  • So, 29. April 2012
    Rhein-Erft-Kreis / Kreis Euskirchen
    Eigenbericht zur
    Informations- und Bildungsfahrt
    nach Mayen
  • Do, 26. April 2012
    Minden
    Pressebericht
    "Sicherheit in vier Schritten"
    zum Vortrag am 19.04.2012
  • Di, 24. April 2012
    Bückeburg
    Pressebericht "Ich habe
    vom ersten Tag an Angst gehabt"
    zum Vortrag am 18.04.2012
  • Fr, 06. April 2012
    Landesbereich III
    Festakt "60 Jahre GfW" in Berlin
    Der Landesbereich III - NRW
    feiert mit
  • Fr, 06. April 2012
    Landesbereich III
    "60 Jahre GfW"
    Veranstaltungen des LB III und
    der Sektion Recklinghausen
  • Fr, 06. April 2012
    Landesbereich III
    Politik, Geschichte, Kultur
    Seminar des Landesbereichs III
    in Berlin
  • Fr, 06. April 2012
    Köln
    Eigenbericht zum Vortrag
    "Die Division Spezielle Operationen"
    mit Führung durch Bonner Posttower
  • Mi, 04. April 2012
    Lippstadt
    Pressekurzbericht
    "Die Sektion Lippstadt beim Festakt 60 Jahre GfW"

Nachschau - Veranstaltung am 12.10.2010

Autorenlesung und Gespräch  

„WILDE SCHWERMUT -

Erinnerungen eines Unpolitischen“

mit dem Autor

Minister a.D. / General a.D. Jörg Schönbohm

am Dienstag, 12. Oktober 2010, 19.00 Uhr

im Rathaussaal von Bückeburg, Marktplatz 2

*****

Pressebericht

vom 15.10.2010

Wer will, dem ist nichts zu schwer

Bückeburg (kk). Karge Fakten und nackte Zahlen sagen nur wenig über Geschichte aus, langweilen eher, als neugierig auf Vergangenes zu machen. Selbst Themen der jüngeren Zeitgeschichte wie das Leben in der DDR, die „Wende“ und die Wiedervereinigung werden gerade von jungen Leuten eher desinteressiert betrachtet. Wenn überhaupt jemand diese Gleichgültigkeit aufbrechen kann, dann sind es engagierte Zeitzeugen, die auch etwas zu sagen haben. Junge Leute waren zwar leider im überfüllten Le-Theule-Saal kaum auszumachen, doch wer am Dienstagabend einer Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) gefolgt war, der wurde nicht enttäuscht. Hier ergriff nämlich genau solch ein Zeitzeuge das Wort – und fesselte zwei Stunden lang das Auditorium: Jörg Schönbohm.

Ein Zeitzeuge ersten Ranges: Jörg Schönbohm im Le-Theule-Saal im Rathaus (Foto: Ulrich Wilke)

(Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Als Lesung war der Abend angekündigt, doch der CDU-Politiker und Generalleutnant a.D. nutzte seine Biografie „Wilde Schwermut – Erinnerungen eines Unpolitischen“ eigentlich nur als Leitfaden – und sprach frei. Und das war ein Glücksfall: Gestenreich, fesselnd, humorvoll und kenntnisreich zog er die Zuhörer in seinen Bann. Seine oft kernigen politischen Thesen und Aussagen mögen nicht jedermanns Sache sein, eins müssen ihm aber auch Kritiker zugestehen: Gradlinigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Bei Schönbohm weiß man, woran man ist.

Als Innensenator in Berlin und als Innenminister in Brandenburg hatte Schönbohm schnell den Ruf eines zupackenden Hardliners weg. Auch in Bückeburg verteidigte er Aussagen wie „Integration darf keine Einbahnstraße sein“. Auch Thilo Sarrazins These, bestimmte Kulturkreise ließen sich nicht integrieren, kann Schönbohm zustimmen.

„Wichtig ist, dass solche Thesen sachlich diskutiert werden, das aber ohne die Moralkeule herauszuholen!“ machte der Ex-Innenminister klar. Und dann müssten Entscheidungen getroffen und auch durchgezogen werden. Das hat Jörg Schönbohm beim Militär gelernt.

Bekannt wurde er als Kommandeur des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg. In dieser Funktion koordinierte er die Auflösung der NVA und die Integration der verbliebenen Soldaten in die Bundeswehr. Besonders spannend war es, wenn er aus der Vor- und Nachwendezeit berichtete – und auch einmal aus dem Nähkästchen plauderte. Schmunzeln löste seine Schilderung aus, wie der den späteren US-Präsidenten Bush kennen lernte. Der war, damals noch Vizepräsident, mit Verteidigungsminister Manfred Wörner und Schönbohm im Hubschrauber an der innerdeutschen Grenze unterwegs. Im Schneesturm musste notgelandet werden, der General organisierte die Rückfahrt – im Zug (!) und mit einer Kiste Bier. Der Bogen des Abends war jedoch viel weiter gespannt: von der Flucht der Familie nach dem Krieg aus Brandenburg in den Westen bis zu seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik im Jahr 2009.

Als dankbaren und zufriedenen Menschen bezeichnete sich Jörg Schönbohm. Sein Lebensmotto: Wer will, dem ist nichts zu schwer (Ignatius von Loyola). – Das mochte man ihm gerne abnehmen.

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