Nachschau - Veranstaltung am 23.11.2013

 

 

am 23. November 2013

im Hubschraubermuseum Bückeburg

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3. Schaumburger Plattform

Von Christian Günther

Gruppenbild der Veranstalter: (v.l.n.r.) Brigadegeneral Alfons Mais, Oberst a.D. Klaus Suchland, Oberstleutnant d.R. Bernd Kirsch, Eduard Hunker und Ulrich Wilke, GfW Sektion Minden   Foto: Günther

Bückeburg (GÜ). Das Bückeburger Hubschraubermuseum diente einmal mehr als angemessener Veranstaltungsort für eine der hochkarätigsten sicherheitspolitischen Veranstaltungen im Land. Die nunmehr bereits „3. Schaumburger Plattform“ befasste sich in diesem Jahr in der Reihe „Sicherheit hat viele Gesichter“ mit der Bedeutung der Energieversorgung. Als Ausrichter der von der Sektion Minden der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) ins Leben gerufenen Reihe erstmals mit dabei die Kreisgruppe Weserbergland. Sektionsleiter Oberst a. D. Klaus Suchland konnte unter den 170 Gästen neben dem Schirmherrn und Europaabgeordneten Burkhard Balz auch Parlamentarier aus Bundes- und Landtag begrüßen. Zudem den Landrat des Kreises Schaumburg, den Bückeburger Bürgermeister, die Präsidentin der GfW und nicht zuletzt den General der Heeresflieger.

Mit dem Vortrag von Dr. Franz Alt erlebten die Zuhörer gleich zu Beginn den rhetorischen Höhepunkt des Tages. Ihm geht es um nichts Geringeres als die Rettung der Welt durch die Energiewende! Dabei müsse Deutschland voran gehen und der Welt zeigen, daß sie machbar ist. Die Energiewende sei damit das größte politische Projekt Deutschlands im 21. Jahrhundert. Sie kostet nach seiner Einschätzung zwar 1 Billionen Euro, aber ohne werde es noch teurer, so Alt. Zudem biete sich eine große wirtschaftliche Chance für die Zukunft. „Die Sonne schickt keine Rechnung „ so seine Botschaft, mit der er die Zuhörer in seinen Bann zog.

Dr. Franz Alt beeindruckte durch Rhetorik und die Aussage „Die Sonne schickt keine Rechnung“

Danach hatte es Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur mit seinem Vortrag über die Rolle seiner Behörde bei der Energiewende nicht leicht. Er musste dort weitermachen „wo die Vision endet und der Alltag beginnt“. Die Versorgungssicherheit im Land müsse jederzeit gewährleistet bleiben, so seine Aussage, auch beim weiter fortschreitenden Einsatz von Erneuerbaren Energien (EE). Besonders in Süddeutschland wegen der Abschaltung von Kernkraftwerken ein Problem. Drei neue Stromkorridore von den Windkrafterzeugern im Norden zu den Verbrauchern im Süden und Westen befinden sich erst in Planung. Zudem werden immer mehr konventionelle Kraftwerke wegen Unwirtschaftlichkeit außer Betrieb genommen. Daraus könnte sich ein ernsthaftes Problem für ganz Deutschland entwickeln.

Mit den Folgen eines Stromausfalls für die Sicherheit im Land beschäftigte sich Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. Eine solche Vorstellung sei kein Fiktion, sondern eine ernst zu nehmende Realität und ein Schlüsselszenario bei allen Planungen, so Unger. Die wirtschaftliche Bedeutung der Energiewende für Niedersachsen hob Karsten Becker, Energiepolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion hervor. Dank seiner Lage an der Küste spielen die Windkraft und die Produktion entsprechender Anlagen eine große Rolle, auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Dafür seien aber auch verlässliche Investitionszusagen der Politik erforderlich.

Klare und langfristige Vorgaben für die Versorgungsunternehmen forderte auch Eduard Hunker, Geschäftsführer der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Gleichzeitig sprach er sich für ein Ende der Überförderung, besonders bei den Solaranlagen, aus. Zudem stellt er fest, daß „man von Marktwirtschaft im Energiesektor nicht mehr sprechen könne“.

Mit Prognosen über die Arten der Energieerzeugung und deren Verteilung bis zum Jahr 2050  beschäftigte sich Michael Wübbels vom Verband der Kommunalen Unternehmen. Überraschend seine Aussage, das trotz starkem Zuwachs bei den Erneuerbaren Energien ab dem Jahr 2020 der Neubau von konventionellen Kraftwerken erforderlich sei, um alte Anlagen und Kernkraftwerke zu ersetzen.

Die wichtigsten Aussagen aller Referenten fasste zum Schluss Oberstleutnant d.R. Bernd Kirsch, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft AKRO Bückeburg, zusammen.

Das letzte Wort gehörte Brigadegeneral Alfons Mais, Kommandeur der Heeresfliegerwaffenschule, der den Organisatoren für eine hervorragende Veranstaltung dankte. Gleichzeitig kündigte er das Thema der 4. Schaumburger Plattform an. Am 22. November 2014 lautet die Überschrift „Sicherheit und Glaube“. Schirmherr ist dann passenderweise der Schaumburg-Lippische Landesbischof  Dr. Karl-Hinrich Manzke.

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Der Autor Christian Günther ist Kreisorganisationsleiter Bückeburg im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. Die GfW dankt für die Überlassung des Berichts.

 

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