Nachschau - Veranstaltungen am 22. und 23.08.2011

 

Vortragsabend

zum Thema

Lass uns vorglühen -

Jugend und Sucht in Deutschland

Referentin:

Frau MdB Mechthild Dyckmans

Drogenbeauftragte der Bundesregierung

 

am Montag, 22. August 2011, 19.30 Uhr
im Preußenmuseum Minden

Simeonsplatz 12, 32427 Minden

und

am Dienstag, 23. August 2011, 09.40 Uhr
im Gymnasium Adolfinum

Lulu-von-Strauss- und Torney-Strasse 30, 31675 Bückeburg

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Pressebericht

vom 24.08.2011

 

Immer mehr Extrem- und Rauschtrinker

Referat zum Thema "Jugend und Sucht"

Minden (hz). Die erfreuliche Nachricht vorweg: Der allgemeine Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen weist in Deutschland eine rückläufige Tendenz auf. Während 2004 noch 21 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen angaben, regelmäßig Alkohol zu konsumieren, weist eine Studie für 2010 nur noch 13 Prozent aus.

"Das ist positiv", stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, während eines Vortrags im Preußen-Museum heraus. Weniger positiv sei die Erkenntnis, dass heutzutage wesentlich riskanter getrunken werde. "Die Gruppe der Extrem- und Rauschtrinker wird größer", erklärte die FDP-Politikerin.

Dyckmans sprach auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik zum Thema "Lass uns vorglühen gehen - Jugend und Sucht in Deutschland". Hintergrund der Veranstaltung war die Tatsache, dass immer mehr Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs in Krankenhäuser eingeliefert werden. Aktuellen Berichten zufolge hat sich deren Zahl im Vergleich zu 2000 um knapp 180 Prozent erhöht.

Strengere Kontrollen in Diskotheken

"Die Kinder und Jugendlichen wollen ihren nüchternen Organismus möglichst schnell auf Betriebstemperatur bringen", erläuterte die Drogenbeauftragte. Der massive Verzehr hochprozentiger alkoholischer Getränke vor dem Disco-Besuch hänge unter anderem mit der Schonung des Taschengeldes zusammen. "Wenn eine Flasche Wodka beim Discounter etwa so viel kostet wie ein Drink in der Disco, ist das nicht übermäßig verwunderlich", merkte Dyckmans an.

Zudem würde in der Diskothek in der Regel etwas strenger kontrolliert als im Einzelhandel. "Jeder von Kindern und Jugendlichen konsumierte Alkohol ist durch die Hand eines Erwachsenen gegangen", sprach die Referentin die Verantwortung der älteren Mitmenschen an. Wobei zu bedenken sei, dass in der Bundesrepublik pro Kopf und Jahr fast zehn Liter reinen Alkohols konsumiert würden. Was Deutschland im weltweiten Vergleich zu einem achten Platz verhelfe.

Mit Blick auf andere Drogen wie Tabak, Cannabis und synthetische Erzeugnisse wie sogenannte Legal Highs präsentierte die Rednerin rückläufige Zahlen. In der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen gaben 7,4 Prozent (2004: zehn Prozent) an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Beim Rauchen weisen die Statistiken einen Rückgang von 28 (2001) auf 13 Prozent (2010) aus. "87 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind Nichtraucher, das Rauchen gilt bei ihnen als uncool", berichtete die Drogenbeauftragte. "Das ist ein schöner Erfolg, aber auch in diesem Bereich haben wir noch einiges zu tun." Zum Erreichen der Ziele sei vor allen Dingen ein gesamtgesellschaftlicher Konsens notwendig. "Viele wünschen sich, dass alles in einem Gesetz geregelt und Alkohol verboten wird; aber so funktioniert das nicht", so die Referentin. Die schwierige Aufgabe könne nur bewältigt werden, "wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Abhängigkeiten zu überwinden - die Eltern, der Handel, die Schulen."

 

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