Nachschau - Veranstaltung am 05.11.2011

 

in Kooperation mit dem

Wehrbereichskommando Küste in Kiel

*****

Impressionen von der Veranstaltung

*****

Presseecho

vom 07.11.2011

Große Fortschritte im Kampf gegen Kriminelle

vlnr. Ulrich Wilke, GfW-Org-Leiter Sektion Minden, Innenminister Uwe Schünemann, GfW-Präsidentin Ulrike Merten, GfW-Vizepräsident ParlStS Thomas Kossendey, Initiator der Veranstaltung und GfW-Sektionsleiter Minden Klaus Suchland

(Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Bückeburg (bus). Uwe Schünemann hat eine Verbesserung der Sicherheitslage erkannt. „Es ist festzustellen, dass wir in Niedersachsen aber auch auf Bundesebene bei der Kriminalitätsbekämpfung große Fortschritte gemacht haben“, hielt Niedersachsens Innenminister bei der „1. Schaumburger Plattform“ fest. Die von der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik unter dem Motto „Sicherheit hat viele Gesichter“ organisierte Veranstaltung führte Samstag im Hubschraubermuseum rund 130 Teilnehmer zusammen.

Niedersachsens Innenminister

Uwe Schünemann

Das Publikum lernte gleich vier unterschiedliche „Gesichter“ mitsamt zahlreichen Facetten und Details kennen. Auf der Themenliste standen die „Suche nach vernetzter Sicherheit“ (Referent: Kersten Lahl, bis August 2011 Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik), „Maritime Aspekte von Sicherheit exemplarisch am Küstenland Niedersachsen“ (Thomas Kossendey, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung), „Unsere Sicherheit im Internet – Strategie und Prävention“ (Matthias Gärtner, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Presse beim Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik) sowie „EHEC, Dioxin und Pestizide – sind unsere Lebensmittel noch sicher? Wahrnehmung und Wirklichkeit“ (Dr. Gaby-Fleur Böl, Abteilungsleiterin Risikokommunikation beim Bundesinstitut für Risikobewertung).

Schünemann betonte, dass Aus- und Fortbildung im Bereich der Polizei hohen Ansprüchen genügten. Was notwenig sei, „um die Bürger wirklich vor Verbrechen zu schützen“. Mit Stolz könne er sagen, dass das in Niedersachsen in den letzten Jahren besonders gut gelungen sei. „Wir können heute einen von außen gesteuerten Angriff viel besser erkennen als früher“, unterstrich der Schirmherr der „Plattform“. Wobei allerdings etliche Anschläge nur durch Hinweise von befreundeten Nachrichtendiensten erkennbar gewesen seien. Indes: „Danach haben unsere Sicherheitsbehörden hervorragend reagiert.“

Nach wie vor stelle der islamistische Extremismus und Terrorismus die größte Bedrohung dar, erläuterte Schünemann. Inzwischen beunruhigten jedoch radikalisierte Einzeltäter die Innenminister noch mehr als organisierte Gruppen. Diese forderten nicht nur die Polizei sondern die Gesamtgesellschaft heraus. Der Politiker: „Wir brauchen Bürger, die uns Hinweise geben, die aber auch dazu beitragen, dass gerade jüngere Menschen nicht radikalisiert werden.“ Des Weiteren blieben der Kampf gegen Rechts- und Linksextremismus sowie Cyber-Sicherheit, Cyber-Abwehr und Angriffe auf IT-Infrastruktur wichtige Themen. „Ich bin froh, dass der Bundesinnenminister ein Cyber-Abwehrzentrum eingerichtet hat, in dem auch die Aktivitäten von Bund und Ländern koordiniert werden“, erklärte Schünemann. Dessen ungeachtet müssten „die Länder hier eindeutig sehr viel vernetzter miteinander arbeiten als bisher“.

Ulrike Merten-Hamann machte sich dafür stark, junge Menschen für die Sicherheitsthematik zu interessieren. „Wir benötigen dringend junge Frauen und Männer, die mittun wollen oder einfach nur durch ihr Engagement andere junge Menschen dazu bewegen, sich nicht nur für das Thema, sondern vielleicht auch für die Organisation zu begeistern“, stellte die GfW-Präsidentin heraus.

Klaus Suchland stellte fest, dass zeitgemäße Sicherheit ein Grundbedürfnis eines jeden Bürgers darstelle. Die Themen der „Schaumburger Plattform“ zeigten Risiken auf, welche die Bevölkerung künftig direkt beträfen. Der GfW-Sektionsleiter: „Wir brauchen zunehmend größere Anstrengungen im Bereich der Information, der Prävention und der Widerstandsfähigkeit, mit neuen Formen der Schadensbegrenzung und vor allem mit der Erkenntnis beim Bürger, dass er selbst und aktiv mit zu seiner Sicherheit beitragen muss.“

*****

Presseecho

vom 07.11.2011

„Die Blutgrätsche ist nicht Aufgabe des Stürmers“

Bückeburg (bus). Kersten Lahl, der während der von der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik veranstalteten „1. Schaumburger Plattform“ im Bückeburger Hubschraubermuseum den Aspekt „Auf der Suche nach vernetzter Sicherheit“ erhellt hat, nahm die Zuhörer vor allen Dingen mit einem Ausflug in den sportlichen Bereich für sich gefangen. „Wie im Fußball kommt es auch in der Sicherheitspolitik auf einen umfassenden Ansatz, auf vernetzte Gestaltung und auf strategische Ausrichtung an“, bedeutete der frühere Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik dem stutzenden Publikum.

Generalleutnant a.D.

Kersten Lahl

Zwar hinke ein Vergleich zwischen Sicherheitspolitik und Fußballspiel zwangläufig, es verbleibe aber eine Menge gemeinsamer Lehren, gab der Generalleutnant a.D. zu verstehen. „Man braucht nicht nur Stürmer, die Tore schießen, sondern auch einen zuverlässigen Torwart, eine professionelle Defensive, einen gewieften Trainer, einen erfahrenen Mannschaftsarzt, einen zahlungskräftigen Sponsor und man braucht jemanden, der den Rasen pflegt.“ Zudem müsse auf dem Spielfeld alles zusammenpassen und sich ergänzen. Lahl: „Die Laufwege müssen stimmen, die Offensive darf nicht in der Luft hängen, die Verteidigung nicht allein gelassen werden.“ Das A und O lautet hier wie dort: „Team-Erfolg.“ Freilich müsse auch im Fußball-Team nicht jeder der Spieler alles können. „Vom Torwart verlangt niemand eine überfiligrane Balltechnik und die Blutgrätsche ge-

hört nicht zu den Aufgaben eines Stürmers“, verdeutlichte der Referent. „Den Allrounder, der alles kann und alles macht, den gibt es kaum noch. Aber jeder muss sehr wohl vom anderen wissen, was er kann und wie er sein Können einsetzt, und das Ganze muss sich am Ende auch noch harmonisch ergänzen und einem Plan folgen.“

Übertragen auf die Architektur der deutschen Sicherheitspolitik machte Lahl drei grundsätzliche Schwachstellen aus. Erstens bestehe ein Mangel in der Kultur eines sicherheitspolitischen Dialoges, der insbesondere die Bürger mit einschließe und zu Kommunikationslücken führe; zweitens sei eine Lücke im Aufbau der Sicherheitsarchitektur festzustellen – „niemand bindet die breiten sicherheitspolitischen Belange Erkenntnis gewinnend zusammen, es fehlt ein zentrales Strukturelement“ und drittens verfüge Deutschland über eine Strategielücke, die sich vor allem auf das Fehlen eines Gesamtansatzes im Sinne sicherheitspolitischer Richtlinien beziehe. Lahl mit Nachdruck: „Wir haben kein Dachpapier, das in halbwegs verbindlicher Form die Ressortarbeit im gemeinsamen staatlichen Interesse leitet.“

Daraus folgerte der Experte unter anderem die Notwendigkeit eines umfassenderen Denkens und Handelns – „eindimensionale Ansätze greifen heute nicht mehr“ – sowie die Stärkung strategischer Vorgehensweisen. „Sicherheitspolitik ist desto wirkungsvoller, je mehr sie präventiv betrieben wird“, hob der Referent hervor.

 

Oben                                                                                                                                                                    Zurück

Unsere Partner: