Nachschau - Jubiläumsveranstaltung am 30.11.2011

 

50 Jahre GfW-Sektion Lippstadt

 

vom 01.12.2011

Heute weniger militärisch

Blickten auf 50 bewegte Jahre zurück: (v. l.) Bürgermeister Christof Sommer, GfW-Präsidentin Ulrike Merten, Sektionsleiter Dr. Olav Freund, Ehrensektionsleiter Ingolf Parl, Sektionsleiter im Landesverband Martin Gerdes und der Geschäftsführer der Sektion Lippstadt, Dieter Brand. 

Foto: Maschajechi

Lippstadt. Seit bald 60 Jahren hat es sich die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) auf Bundesebene zur Aufgabe gemacht, über sicherheitspolitische Themen zu informieren und die Verteidigungspolitik ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Als eine der ersten wurde im Jahr 1961 die Lippstädter Sektion der Gesellschaft ins Leben gerufen, deren 50-jähriges Bestehen nun im Rathaus gefeiert wurde.

„50 Jahre GfW Sektion Lippstadt ist ein guter Grund zu feiern“, begrüßte Sektionsleiter Dr. Olav Freund die Festgäste.

Bürgermeister Christof Sommer gratulierte den Mitgliedern. „Es freut uns sehr, dass sie aktiv sind“, so Sommer. Die GfW trete für den Frieden und die transatlantische Partnerschaft ein und setze ihre Ziele durch Öffentlichkeitsarbeit und Vortragsveranstaltungen um. Leider sei Lippstadt keine Garnisonsstadt mehr, doch werde dank der GfW die Tradition fortgesetzt.

Ehrensektionsleiter Ingolf Parl dankte der Stadt und dem Bürgermeister, dann ließ er die Jahre Revue passieren. Damals sei es noch militärisch zugegangen“, so Parl. Heute stelle sich die GfW anders dar.

GfW-Präsidentin Ulrike Merten überbrachte ebenfalls ihre Glückwünsche. In einem kurzen Vortrag beschrieb sie die sich verändernden Herausforderungen für die Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert. Die Bedrohungslage sei heute, anders als während des kalten Krieges, „diffus“. Nicht zuletzt durch neue regionale Mächte hätten sich die Gewichte verschoben und neue Bedrohungen wie der Klimawandel seien hinzu gekommen. „Wir stehen vor neuen Herausforderungen“. Diese lägen heute nicht mehr in der Stärke, sondern in der Schwäche von Staaten. Darum müsse man um Sicherheit für Deutschland zu gewährleisten, die Auswirkungen von Krisen „auf Distanz“ halten und Konflikte befrieden, ehe sie zu uns kämen.

Die militärische Verantwortung Deutschlands werde, gemessen an seiner Wirtschaftskraft, noch weiter wachsen. Konflikte zu bekämpfen gehöre zu den legitimen - durchaus auch wirtschaftlichen - Interessen Deutschlands. „Klar geht es um Menschenrechte und Demokratie, aber wirtschaftliche Interessen gehören auch dazu“. - gm

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vom 26.11.2011, S. 13

Zwischen Afghanistan und Fan-Kultur

Gesellschaft für Wehrkunde 1961 gegründet

Sie informiert über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, die Arbeit von Feuerwerkern in Kambodscha, über die Integration in Deutschland ebenso wie über „Fan-Kultur und Gewalt-Events“ im Sport – die Themenpalette der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) ist groß. In diesem Jahr wird die Lippstädter Sektion der GfW, die bis zur Wiedervereinigung Deutschlands „Gesellschaft für Wehrkunde“ hieß, 50 Jahre alt.

Am kommenden Mittwoch, 30. November, findet aus diesem Anlass eine Feierstunde im Rathaus statt. Prominenter Gast: die GfW-Bundesvorsitzende und ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten.

Die Lippstädter Sektion wurde – nicht zuletzt aufgrund der engen Verbundenheit der Stadt zu ihren Soldaten – im Oktober 1961 von Oberst a. D. Lederer gegründet. Damit ist sie „eine der ältesten Sektionen in Deutschland“, sagt Dieter Brand, seit 15 Jahren Geschäftsführer der heimischen GfW-Gruppe, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ziel der Gesellschaft ist es, „durch ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ins Blickfeld der Bürger zu rücken“, erklärt Brand. Vorsitzender der zurzeit knapp 60 Mitglieder zählenden Vereinigung ist Oberstleutnant  d.R. Dr. Olav Freund. Er übernahm Anfang dieses Jahres das Amt von Ingolf Parl, der seit 1990 an der Spitze der GfW stand.

Zentraler Bestandteil der Sektionsarbeit (die auch jährliche Info-Fahrten beinhaltet) sind die Vorträge von Fachleuten aus dem In- und Ausland. Neben hochrangigen militärischen und zivilen Referenten waren laut Brand „die Vorträge der Botschafter aus Lettland, Litauen, Mazedonien, Slowenien und Pakistan Höhepunkte der GfW-Geschichte“.

Dabei „waren und sind uns Vorträge an den Schulen immer ganz wichtig“, sagt Brand. Vor einem Jahr etwa war Heinz Eggert, ehemaliger sächsischer Innenminister und in der DDR als Pfarrer tätig, in Lippstadt zu Gast und berichtete vor 300 Schülern der Marienschule über sein „Leben im Unrechtsstaat“. Und im kommenden Monat besucht der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese das Ostendorf-Gymnasium.

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