Nachschau - Veranstaltung am 27.11.2012

Vortrags- und Diskussionsabend

zum Thema

Der Umgang mit Antidemokraten

gehört zu den größten Herausforderungen

einer Demokratie

Referent: 

Prof. Dr. Dierk Borstel

Professor für Politikwissenschaft an der FH Dortmund

am Dienstag, 27. November 2012, 19:30 Uhr

im Hotel Hubertushof 

Holzstraße 8, Lippstadt - Bad Waldliesborn

 

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Pressebericht

vom 02.12.2012

Jugend aus sozialen Brennpunkten anfällig

Prof. Dr. Dierk Borstel aus Dortmund spricht über Rechtsextremismus

Prof. Dr. Dierk Borstel arbeitete jahrelang mit Rechtsextremen
und schilderte seine Erfahrungen im Vortrag. Foto: O’Sullivan

Bad Waldliesborn - Der Umgang mit Antidemokraten war das Thema des Vortrags, dem jetzt die Mitglieder der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) gespannt lauschten. Dazu war Referent Prof. Dr. Dierk Borstel, Politikwissenschaftler an der Fachhochschule Dortmund, in den Hubertushof nach Bad Waldliesborn angereist.

Borstel ist Spezialist für Rechts- und Linksextremismus und hat lange Zeit mit Rechtsextremen gearbeitet.

Zu Beginn machte der Politikwissenschaftler zunächst klar, dass viele junge Menschen gar nicht mehr wählen gehen, weil sie denken, dass sie nichts verändern können. Genau da greifen Verfechter der rechten Szene an. Oftmals holen sich diese ihren Nachwuchs aus sozialen Brennpunkten, bieten Verständnis und soziale Möglichkeiten an. Unser Bundesland ist, so Borstel, „ein Paradebeispiel für den modernen Rechtsextremismus. Der ist heute jugendlich, musikalisch ähnlich den Charts und anschlussfähiger an die Gesellschaft. Man kann moderne Rechtsextreme nicht mehr so leicht ästhetisch unterscheiden, weil sie nicht mehr dem typischen Bild von früher entsprechen.“

Verdrängung ist keine Lösung

Unterstützend wirken dabei die Probleme in der Gesellschaft, die die rechten Szene als Bestätigung für ihre Ideologie versteht.

Das Schema „Raumschrittverfahren“, veranschaulichte den Mitgliedern des GfW in vier Stufen, wie sich eine rechtsextreme Gruppe neuen Raum verschafft bis zu dem Punkt, an dem es für demokratische Personen zur Normalität wird.

Anschließend wertete Borstel einige Begriffe aus, die falsch verstanden werden können. So etwa ‘Nazis raus’ - „Verdrängung ist aber keine Lösung“, erklärt der Professor, „will man die Rechtsextremen nicht mehr in seinem Dorf, ziehen sie halt weiter ins nächste. Man hat gegen das Problem überhaupt nichts bewirkt.“

Eine Lösung für das richtige Verhalten der Demokraten hatte Dierk Borstel auch. Zunächst sollte man sich auf lokaler Ebene klar werden „womit haben wir es in unserer Stadt eigentlich zu tun?“. Er mahnte, sich nicht von Aktion zu Aktion gegen rechts zu hangeln, damit reagiere man auf den Plan der Rechtsextremen. Besser solle man sich langfristig um Opfer des Rechtsextremismus kümmern und eigene Strategien entwickeln. Prävention, Repression, Intervention und schließlich Integration sind hier die Stichwörter.

„Man braucht einen langen Atem, um Rechtsextremismus zu bekämpfen“, das weiß Borstel aus eigener Erfahrung“, da darf man sich keine Illusionen machen.“

Dem Vortrag schloss sich eine hitzige Diskussion an, bei der fast jeder etwas zu sagen hatte. Extremismus und Aggression im Fußball waren besonders umstrittene Themen. - osu

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