Nachschau - Veranstaltung am 26.02.2013

                                                                   

Vortrag

zum Thema

„Festung Europa“

Referent:

 Heinz Drucks

Vorstand Flüchtlingsrat NRW e.V.

am Dienstag, 26. Februar 2013, 19:30 Uhr

im Hotel Hubertushof

Holzstraße 8, Lippstadt - Bad Waldliesborn

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Pressebericht

vom 26.03.2013

Reibach statt Wohltat

Heinz Drucks über die Altkleider-Lüge und Afrika. Heute nächster GfW-Vortrag

Sektionsleiter Dr. Olav Freund (l.) konnte im Namen der GfW den Flüchtlingshelfer Heinz Drucks

in Bad Waldliesborn begrüßen.

BAD WALDLIESBORN. „Visionen einer Weltordnung“ will Hermann Kroll-Schlüter (Staatssekretär a.D.) am heutigen Dienstag ab 19.30 Uhr im Hubertushof zeichnen. Die Vortragsveranstaltung ist im neuen Jahr schon die zweite ihrer Art – hatte die Sektion Lippstadt der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik doch jüngst erst Heinz Drucks vom Flüchtlingsrat NRW im Hubertushof in Bad Waldliesborn begrüßen dürfen.

Der hauptberuflich als Flüchtlingshelfer für die Diakonie Ruhr-Hellweg tätige Drucks referierte zum Thema „Festung Europa“. In einem kurzweiligen und informativen Vortrag zeigte er dabei die Gründe für die Fluchtbewegungen von Afrika in Richtung Europa auf. Dabei ging er insbesondere auf die Rolle der Globalisierung und der Freihandelsabkommen ein.

An praktischen Beispielen zeigte er auf, welchen Anteil auch die europäischen Länder an der aktuellen Situation in Afrika hätten. So wies er beispielsweise darauf hin, dass durch Altkleiderspenden (die nach Afrika verkauft werden) ein Großteil der Bekleidungsindustrie in Afrika wirtschaftliche Einbußen erlitten habe. Ein weiteres Beispiel zeigte er anhand der Hähnchenmast in Ghana auf. Da in den westlichen Ländern meist nur Hähnchenbrust verwertet wird und der Rest des Hähnchens gefroren in die afrikanischen Länder exportiert wird, sei die in Ghana sehr erfolgreich geführte Hähnchenmast „quasi zum Erliegen gekommen“, weil das wesentlich günstigere Importhuhn den Absatzmarkt für ghanaische Hühner erobert habe. Drucks kam daher zu dem Schluss, dass die beabsichtigten Ziele der Globalisierung, auch den ärmeren Ländern der Welt eine bessere Chance zu bieten, bislang nicht erreicht worden sind.

Während die Länder der ersten Welt, insbesondere auch die EU-Länder samt Deutschland von der Globalisierung profitieren, werde die Situation in den Ländern der Dritten Welt vielmehr noch verschärft. Neben den Gründen für die Fluchtbewegungen in Richtung Europa zeigte der Referent auch die Bemühungen der „Festung Europa“ auf, mit denen sich man der Flüchtlingsströme zu erwehren versuche. Besonders hervorzuheben ist, dass Drucks darauf hinwies, dass ein Großteil der afrikanischen Flüchtlinge in Afrika selbst oder in außerhalb der EU liegenden Staaten Zuflucht suchten. Nur ein geringer Teil nehme indes die Strapazen der weiten Flucht nach Europa, insbesondere Deutschland auf sich.

In der vom Sektionsleiter Dr. Olav Freund moderierten Diskussion stand der Referent den Mitgliedern und Gästen für ergänzende Fragen zur Verfügung. Die Diskussion zeigte, dass es sich insbesondere bei der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen um ein sehr kontrovers diskutiertes Thema handelt das auch einer entsprechenden Verankerung in der öffentlichen Diskussion bedarf.

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