Nachschau - Veranstaltung am 24.04.2012

 

 

Podiumsdiskussion

zum Thema

Ich bin Opfer / Zeuge von Gewalt -

was kann ich tun?

Referenten:  

Kriminalhauptkommissarin / Dipl.- Psych.  Frau Ursula Rutschkowski,

Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Gütersloh

Burghard Reinberg oder Karl-Heinz Braun

als Vertreter „Weisser Ring"

                      in NRW / Lippe,                      

                      Rechtsanwältin Frau Jutta Klaus, Geseke, Opferanwältin, Vertreterin

der Nebenklage

Moderation: Dr. jur. Olaf Freund, Sektionsleiter GfW Lippstadt

am Dienstag,  24. April  2012, 19:30 Uhr

im Hotel Hubertushof 

Holzstraße 8, Lp - Bad Waldliesborn

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Pressebericht

vom 07.05.2012

Zeugen und Opfer schützen
Fachleute bei Podiumsdiskussion der GfW einig:

Intensive Betreuung wichtig

BAD WALDLIESBORN. „Ich bin Opfer/Zeuge von Gewalt – was kann ich tun?“ Diesem Thema widmeten sich jetzt Fachleute bei einer Podiumsdiskussion der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) im Hubertushof. Damit fand das erste Halbjahrsprogramm, das unter dem Schwerpunkt- Thema „Innere Sicherheit“ stand, seinen Abschluss, wie Rechtsanwalt Dr. Olav Freund, Sektionsleiter der GfW Lippstadt, erläuterte.

Hielten leidenschaftliche Plädoyers für den Opferschutz (v.l.):
Karl-Heinz Braun (NRW-Landesvorsitzender Weißer Ring), Opferanwältin
Jutta Klaus, Kriminalhauptkommissarin Ursula Rutschkowski,
Rechtsanwalt Dr. Olav Freund. Foto: Brode

Zum Expertenteam gehörten die Kriminalhauptkommissarin und Psychologin Ursula Rutschkowski als Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Gütersloh, Rechtsanwältin Jutta Klaus (Geseke) als Opferanwältin sowie Karl- Heinz Braun, ehemaliger Polizeidirektor und NRW-Landesvorsitzender des Weißen Rings.

Wer eine Straftat begeht, muss seiner gerechten Strafe zugeführt werden – darin waren sich alle einig. Maßgeblich für die Überführung seien die Angaben von Opfern und Zeugen, die oft aus Angst den Weg zu den Behörden scheuten. Hier müssten Hemmschwellen abgebaut und Hilfestellung geleistet werden, so der Tenor. Opfer benötigten eine intensive psychologische Betreuung und eine einfühlsame Vorbereitung auf den Prozess mit anschließender Therapie. Auch die Behörden müssten Opfer und Zeugen menschenwürdig behandeln.

Rechtsanwältin Klaus begrüßte die gesetzlichen Neuregelungen der vergangenen 25 Jahre. Heute würden Opfer anders wahrgenommen. Karl-Heinz Braun stellte die neue gebührenfreie Notrufnummer 11 60 06 vor, unter der Ehrenamtliche des Weißen Rings Hilfe anbieten. Die Organisation bietet unter anderem Beratung, rechtlichen Beistand, Prozesskostenhilfe und die Begleitung zur polizeilichen Vernehmung und zum Gerichtssaal. „Sei stark, hol dir Hilfe“, erklärte Braun. „Kein falsches Heldentum, sondern Zivilcourage!“ Ursula Rutschkowski, seit 32 Jahren bei der Kripo, ermunterte dazu, die Anlaufstellen für Hilfe und Opferbetreuung und die Netzwerke zu nutzen.

Auch Opferanwältin Klaus will den Opfern Mut machen: „Gebt nicht auf!“ plädierte sie leidenschaftlich. Die meisten Ängste der Opfer und Zeugen seien unbegründet, meinte Karl- Heinz Braun: „Man muss nur lernen, mit seiner Angst umgehen zu können.“

In seinem Schlusswort empfahl Dr. Freund das Buch „Warum Strafe sein muss“, in dem Winfried Hassemer, ehemaliger Vizepräsident des Bundesverfassungs-gerichts, ein Plädoyer für den Opferschutz hält. LB

 

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