Nachschau - Veranstaltung am 19.04.2011

 

Vortragsabend

zum Thema

Warum denke ich deutsch,

aber fühle es nicht?

Referentin:  

 

Frau Dr. Askim Müller-Bozkurt

Politikwissenschaftlerin

GfW-Sektionsleiterin Köln

am Dienstag, 19. April 2011, 19.30 Uhr

im Hotel Hubertushof, Holzstr. 8, Lippstadt - Bad Waldliesborn

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Pressebericht

vom 27.04.2011

An die Menschlichkeit appelliert
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik

macht mit Gastrednerin die Integration zum Thema
Unterschiede hin oder her: Deutsch-Türkin vermittelt viele Wege

des multikulturellen Austauschs

BAD WALDLIESBORN. Warum denke ich deutsch, fühle es aber nicht? Antworten auf diese Frage versuchte jetzt die deutsch-türkische Politikwissenschaftlerin Dr. rer. pol. Askim Müller- Bozkurt in einer Vortragsveranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Lippstadt, im Saal des Hotels Hubertushof zu finden.

Sektionsleiter Dr. Olav Freund freute sich, gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen zur Buchveröffentlichung „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin, eine thematisch kompetente Referentin in Sachen multikultureller Integration begrüßen zu können.

Die deutsch-türkische Politikwissenschaftlerin Dr. Askim Müller-
Bozkurt (l.) bei ihrem Vortrag „Warum denke ich deutsch,
fühle es aber nicht?“ und Dr. Olav Freund, Sektionsleiter der
Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Foto: Brode

Die seit ihrem fünften Lebensjahr in Deutschland lebende Historikerin und Soziologin hat Deutschland längst kennen- und liebengelernt, wie sie sagte. Sie selbst stellte sich vor mit den Worten: „Ich bin eine anatolische Deutsche, eine deutsche Türkin, eine alevitische Anatolin, eine deutsche Alevitin, was auch immer.“ Nach ihrem Lebensmotto „Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen: Finde ihn“ versucht sie – und das betonte sie in ihrem Vortrag immer wieder – Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu bauen und dabei die Vielfältigkeit der deutschen Gesellschaft zu verteidigen. Dabei stehe ihr unerschütterlicher Glaube an die Menschlichkeit im absoluten Mittelpunkt. Nach dem Prinzip „Alle Menschen sind gleich“ steht bei ihr die Humanität bei allen Integrationsdiskussionen im Vordergrund. Ihre Erfahrungen, aber auch Enttäuschungen, die die Referentin in dem Bemühen um Integration erlebt hat, zeigte sie in einer reizvollen Mischung aus ernsten und humorvollen Beiträgen auf. Gleichzeitig vermittelte sie ihren Hörern Wege und Ansatzpunkte, wie Deutsche und Immigranten aufeinander zugehen könnten und sollten.

Gleichwohl sah die Referentin zunehmende Konflikte, die in Fundamentalismus und Rechtsextremismus ausarten würden. Vehement wandte sich die Soziologin gegen Vorverurteilungen, zum Beispiel bei der Arbeitssuche, und beschwor die so überaus wichtige interkulturelle Kommunikation.

„Sie sind ein gelungenes Paradebeispiel der Integration“, würdigte ein Diskussionsteilnehmer die Bemühungen der Referentin. Ihre Ausführungen gipfelten in einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Multikulturalität, als sie an ihr Auditorium appellierte: „Offen und ehrlich aufeinander zugehen: Nicht die Unterschiede hervorheben, sondern die Gemeinsamkeiten.“

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