Nachschau - Veranstaltungen am 18. und 19.02.2014

                                                                   

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung

für Schüler und Lehrer

der Marienschule,

Ev. Gymnasium, Ostendorfgymnasium

und Gymnasium Schloss Overhagen

"Der Nahe Osten

zwischen demokratischem Aufbruch und Terror.

Ein Lagebericht."

"Israel und die Arabischen Umbrüche"

mit

Botschaftsrat Abdullah Hijazi

 Leiter Kulturabteilung der Palästinensischen Mission

in Deutschland, Berlin

am 18. und 19. Februar 2014

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Pressebericht

vom 20. Februar 2014

Botschafter Abdullah Hijazi klärt über die politische Lage im Westjordanland auf

Die Schüler der Marienschule in Lipperbruch sahen dem Film, den Palästina-Botschafter Abdullah Hijazi (l.) zeigte, aufmerksam zu. Viele von ihnen wussten nicht viel über den Nahost-Konflikt und waren sichtlich betroffen.

Foto: O’Sullivan

LIPPERBRUCH. Tiefe Tunnel mitten in Wohngebieten, direkt vor den Häusern eilig hochgezogene Maschendrahtzäune, verzweifelte Menschen, denen bald die Lebensgrundlage fehlt – der Film, den Abdullah Hijazi ihnen zeigt, macht die Schüler der Marienschule sprachlos. Ein Blick durch die Reihen zeigt Fassungslosigkeit.

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik hatte anlässlich der aktuell laufenden Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern eine Vortragsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Lipperbruch organisiert. Bei dieser berichtet der Botschaftsrat der diplomatischen Vertretung Palästinas über die Politik in seiner Heimat, dem Westjordanland – das übrigens auf Deutsch. Der Film der Berliner Mission, den Hijazi vorstellt, handelt von dem Bau der Mauer, die sich, ähnlich wie die Berliner Mauer, quer durch Israel und das Westjordanland zieht. „Aber diese Mauer hier ist neun Meter hoch“, so der Botschafter, „die Berliner Mauer ist ein Baby dagegen.“

Durch das Bauwerk, deren Errichtung bereits seit 2003 andauert, sind bereits über 87 Prozent von Bethlehem für die Palästinenser unzugänglich. Die wirtschaftliche Lage ist seitdem eine Katastrophe. Viele Palästinenser sind arbeitslos, Schulen nur noch schwer zugänglich, weswegen die Schüler horrende Umwege in Kauf nehmen müssen. Von Einzelschicksalen wie Enteignungen von Grund und Boden sowie abgerissenen Wohnhäusern ganz zu schweigen.

 Wasserversorgung ist ein großes Problem

„Es ist ein Gefängnis unter freiem Himmel“, erklärt Hijazi. „Die Israelis kommen und nehmen einfach, was sie haben wollen.“ Das Schlimmste ist aber wohl die Wasserversorgung. Das Grundwasser befindet sich auf israelischer Seite, es gibt wenig Regen in der Wüstenregion. „Während die Palästinenser ungefähr 30 Liter am Tag haben, haben die Israelis 100 Liter mehr“, weiß Abdullah Hijazi. „Sie spielen mit dem Wasser.“

Der Botschafter erklärt weitere Zusammenhänge, die Schüler stellen Fragen. Sie können den Ursprung des Konflikts kaum nachvollziehen. Dabei haben die Palästinenser nur einen Wunsch. „Wir nehmen die von Israelis und Palästinensern festgelegten Grenzen von ‘67 an, die uns bis jetzt verweigert wurden“, erklärt der Botschafter. „Damit nehmen wir mehr als 20 Prozent weniger Land als uns zusteht. Wir wollen für unsere Kinder und Enkel eine friedliche Zukunft schaffen. Wir haben doch auch das Recht, wie alle anderen Völker in Frieden zu leben.“  osu
 

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