Nachschau - Veranstaltung am 05.12.2011

 

Vortrag und Diskussion

in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung

zum Thema 

Friedensprojekt Europa

Referent:  

Dr. Peter Liese

MdEP

am Montag, 05. Dezember 2011

Ostendorf-Gymnasium

Holzstraße 8, Lp - Bad Waldliesborn

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Pressebericht

vom 06.12.2011

„Europa ein Friedensprojekt“
Dr. Liese: Die EU ist eine Wirtschafts-,

aber viel mehr noch eine Wertegemeinschaft

LIPPSTADT (hei). „Europa ist eine Wirtschaftsgemeinschaft, aber noch viel mehr eine Wertegemeinschaft.“ Mit diesen Worten warb der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese gestern Vormittag im Ostendorf-Gymnasium – gerade in der derzeitigen Euro-Krise – für die Idee der europäischen Vereinigung.

„Europa muss ein Friedensprojekt bleiben“, fordert der CDU-Europaabgeordnete

Dr. Peter Liese. Foto: Heienbrok

„Friedensprojekt Europa“ war der Titel der knapp anderthalbstündigen Veranstaltung – eine informativ-anregende Politik- und Geschichtsstunde, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik veranstaltet wurde. Dabei sollte „bewusst nicht die Schuldenkrise in den Mittelpunkt gerückt werden“, wie es hieß – aber natürlich nahm sie in der Diskussion breiten Raum ein.

In einem historischen Rückblick skizzierte Liese („Krieg war über Jahrhunderte in Deutschland der Normalzustand“) die Entwicklung der europäischen Einigung als Ausdruck des Willens zur Versöhnung und des Wunsches nach Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg. Europa müsse „ein Friedensprojekt bleiben“, forderte der Europaabgeordnete aus Meschede und warnte vor einem Wiedererstarken des Nationalismus. „Wenn der die Oberhand gewinnt, sind Kriege wieder möglich“, sagte der 46-jährige Kinderarzt mit Blick auf den Krieg im ehemaligen Jugoslawien – „und das ist nicht mal 20 Jahre her.“

In den vergangenen Jahrzehnten sei „viel erreicht worden in Europa“ und für jüngere Menschen Vieles „selbstverständlich“ – vom Wegfall der Grenzkontrollen bis zum Studium im Ausland. Den Euro bezeichnete Liese als „ein entscheidendes Element der Friedensidee Europas“.

Schweden und Esten praktisch schuldenfrei

Eine Euro-Pleite hätte für Deutschland hingegen dramatische Folgen. „Wir in Deutschland haben am meisten zu verlieren“, sagte der CDU-Politiker. Gerade die heimische Region mit ihrer mittelständischen, exportorientierten Industrie wäre besonders stark betroffen.

Ganz wichtig sei die Einhaltung des Stabilitätspaktes. Der sei, wie Liese sagte, „übrigens von Deutschland als erstem Land gebrochen worden“ – womit „die Tür weit aufgemacht wurde für andere Länder“. Vorbildlich sind in seinen Augen in dieser Beziehung die Schweden und Esten, die „praktisch keine Verschuldung haben“, weil sie „ihre Wirtschaft auf Vordermann gebracht und ihre Aufgaben durchforstet haben“.

Liese sprach sich auch für eine stärkere Regulierung der Banken aus. Er kritisierte Leerverkäufe und nur am kurzfristigen Erfolg orientierte Bonuszahlungen an Manager.

Aufmerksam zugehört, kritisch nachgefragt: Für zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Ostendorf-Gymnasiums war der Vortrag von Dr. Liese eine informative Geschichts- bzw. Politikstunde. 

Foto: Heienbrok (Zum Vergrößern: Bild anklicken)

In der regen Diskussion ging es unter anderem um den kostspieligen Tourismus des zwischen Brüssel und Straßburg hin und her pendelnden EU-Parlaments (Liese: „Wir sollten nur noch in Brüssel tagen“), um einen generellen Schuldenerlass („ein falscher Anreiz, der Schuldenmacherei belohnen würde“), um mehr Kompetenzen für die EU sowie die Verstaatlichung der Banken, die Liese ablehnte. Der Staat solle „der Schiedsrichter sein, der auf die Einhaltung der Regeln achtet, aber nicht mitspielen.“

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