Nachschau - Veranstaltung am 27.02.2013

 

 

Informationsbesuch

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe

am Mittwoch, 27. Februar 2013, 17.00 Uhr

Industriegebiet West, Westerfeldstraße 1, 32758 Detmold

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Pressebericht

vom 04.03.2013

Die Globalisierung zeitigt Folgen auf dem Teller

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt in Detmold untersucht

Kost für Mensch und Tier

Rundgang durch die Labore: Dr. Wilfried Hackmann (links) und seine Gäste der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. | Foto: Engelhardt

Detmold (te). Pferdefleisch in der Lasagne, giftige Schimmelpilze im Futtermais - ein Skandal nach dem anderen erschüttert derzeit den Lebensmittelsektor. Entdeckt werden solche Vorkommnisse durch Untersuchungen - wie sie beispielsweise am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) für Ostwestfalen-Lippe in Detmold vorgenommen werden.

Dort ist das Pferdefleisch mittlerweile kein großes Thema mehr. Zwei Wochen lang haben die Chemiker, Biologen und Laborfachkräfte intensiv Tiefkühllasagne untersucht. Ergebnis: "Es gibt jetzt kaum noch Auffälligkeiten in den Proben", sagt Dr. Wilfried Hackmann, einer von zwei Vorständen des CVUA. Er hatte jetzt eine Besuchergruppe der Detmolder Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik zu Gast, und nicht nur in dieser Runde kam und kommt die Frage auf, ob eine Lebensmittelkontrolle überhaupt stattfinde.
Sie findet statt. Im Auftrag des Landes und der kommunalen Veterinärämter der Region prüfen und testen die Spezialisten des CVUA an der Westerfeldstraße Lebensmittelprodukte, Fleischproben, Futtermittel, Haushaltsgegenstände, Tabakwaren, Kosmetika und einiges mehr.
Doch die Zusammenhänge, insbesondere die Lieferketten und Wege im Handel mit Lebensmitteln oder Tierfutter, seien schon sehr komplex, sagt Hackmann. Das sei eine Folge der Globalisierung sämtlicher Produktionsstufen. Rumänisches Pferdefleisch in Lasagne oder Futtermais aus Serbien seien beredte Beispiele dafür. Gleichzeitig müsse man sehen, dass der Lebensmittelbedarf ausschließlich regional zu den heutigen Preisen nicht herzustellen sei.
Krimineller Energie, wie sie offenbar beim Thema Pferdefleisch am Werke war, stehe man zunächst hilflos gegenüber, sagt der Wissenschaftler. Denn hier bestand das Problem ja nicht im Fleisch an sich, sondern darin, dass Tiere, die nicht für die Lebensmittelerzeugung zugelassen waren, in die Produktion eingeschleust wurden.
Für Dr. Hackmann ist eine wichtige Frage, welchen Sicherheitsgrad die Gesellschaft verlangt. Hundertprozentige Sicherheit vor Lebensmittelskandalen gebe es nicht. In Deutschland sei das Niveau bereits relativ hoch. Alle Probleme, die man kenne, habe man gut im Griff, obwohl immer wieder kritisiert werde, dass die Lebensmittelüberwachung föderal und nicht zentral organisiert sei. Aber zehn Prozent mehr Sicherheit bedeute eine Verdoppelung der Kosten, sagt Hackmann.
Rückstände in Mineralwasser
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt hat 2011 insgesamt rund 350.000 Untersuchungen vorgenommen. Davon waren 9.192 Lebensmittelproben, 43.612 Proben zur Untersuchung der Fleischhygiene und auf Arzneimittelrückstände sowie rund 215.000 Untersuchungen auf Tierkrankheiten. Denn routinemäßig wird jedes geschlachtete Rind auf BSE untersucht, bevor es weiterverarbeitet werden darf. Dazu nimmt das CVUA aber beispielsweise auch Wasserproben.
In Mineralwässern habe man mittlerweile Spuren von Tiermedikamenten und Pestiziden nachgewiesen, sagt Dr. Wilfried Hackmann. Die Konzentration sei gesundheitlich unbedenklich. Sie zeige aber, dass auch Mineralwässer in den Wasserkreislauf eingebunden seien. Hackmann fordert deshalb, dass der Begriff der "ursprünglichen Reinheit" in der Mineralwasserverordnung realistischer definiert wird. Rückstände aus synthetisch hergestellten Dingen wie Medikamenten erfasse die Verordnung nicht.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Lippischen Landeszeitung

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