Nachschau - Veranstaltung am 22.04.2013

 

Vortragsabend

 zum Thema

Herausforderungen an Deutschlands Sicherheitspolitik

und den Folgerungen daraus

für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Referent:

 General a.D. Wolfgang Schneiderhan

ehem. Generalinspekteur

am Montag, 22. April 2013, 19:00 Uhr

im Vortragssaal der IHK Lippe zu Detmold

Leonardo-da-Vinci-Weg 2, Detmold

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Fotos von der Veranstaltung

General a.D. Schneiderhan (links), Ehrenpräsidentin der GfW und frühere Wehrbeauftragte des Bundestags Marienfeld-Czesla, Sektionsleiter Dr. Schloßstein (Mitte) und den Vizepräsidenten der IHK Lippe zu Detmold, Herrn Steinbach

Foto: IHK Lippe zu Detmold

 

Dank des Vizepräsidenten der IHK Lippe zu Detmold an den Referenten

Foto: IHK Lippe zu Detmold

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Pressebericht

vom 24.04.2013

Zwischen Moral und Realpolitik

General a.D. Wolfgang Schneiderhan diskutiert mit Oberstufenschülern des Leopoldinum

Von Jana Beckmann

Über Sicherheit hat Wolfgang Schneiderhan, früherer Generalinspekteur der Bundeswehr, gestern mit Schülern des Gymnasiums Leopoldinum in Detmold gesprochen. Dabei hagelte es auch Kritik.

Detmold. „Früher waren Raketen auf unsere Städte gerichtet. Trotzdem haben sich die Bürger sicherer gefühlt als heute. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis“, erklärte Schneiderhan – mit Blick auf aktuelle Ereignisse wie den Anschlag beim Boston Marathon und andere Entwicklungen.

Im Gespräch: General a.D. Wolfgang Schneiderhan, früherer Generalinspekteur der Bundeswehr, beantwortet Fragen. Die Oberstufenschüler sind nicht immer einer Meinung mit ihm.  Foto: Gerstendorf - Welle

Nach 1990 habe es zwei unterschiedliche Bewegungen gegeben: die Aussöhnung mit den ehemaligen Gegnern und das Aufbrechen alter Konflikte. Als Beispiel führte Schneiderhan den Balkan an. Aber auch im Nahen Osten, Afrika, Asien und Indien sei die Lage instabil geworden.

Dazu kämen neue Konflikte wie Umweltbelastung, Klimawandel, Kampf um Rohstoffe und nicht zuletzt die demografische Entwicklung. So gebe es immer mehr junge Gesellschaften, in denen viele Menschen keine Perspektive hätten, einen Beruf zu ergreifen und eine Familie zu ernähren. „Damit werden sich die jungen Leute nicht abfinden“, sagte der General a.D. vorher.

Terroristen nutzten diese und andere Konflikte für sich aus, sodass sich Wirtschaftsmächte fragen müssten, was zu tun sei. Dabei hingen zwei Dinge zusammen: die eigenen Interessen (Beispiel: Energieversorgung) und die eigenen Werte (Frage: Brauchen die Menschen vor Ort Hilfe?). Gehandelt werde in drei politischen Kategorien: Krisenprävention, Intervention und Nachsorge.

„Nicht alle Herausforderungen sind mit militärischen Mitteln lösbar. Die Soldaten schaffen einen Sicherheitsraum, in dem dann ohne Lebensgefahr gearbeitet werden kann. Dafür sind zivile Experten nötig“, erläuterte der frühere Generalinspekteur.

Schüler kritisieren Waffenexporte

Die Oberstufenschüler hatten jede Menge Fragen zum Vortrag und zu anderen aktuellen Themen. Dabei scheuten sie sich auch nicht, Kritik an den Ansichten ihres Gastes zu üben – besonders in Bezug auf Waffen. Während einige Schüler Bedenken dagegen hatten, dass Deutschland Waffen exportiert, sagte der General a.D., dass der Bund seiner Einschätzung nach verhältnismäßig verantwortlich damit umgehe. „Die Probleme würden sich auch nicht lösen, wenn wir keine Waffen exportieren würden“, betonte Schneiderhan. Hier treffe Moral auf Realpolitik.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Lippe-Detmold. Am Montagabend hatte Schneiderhan bereits einen Vortrag bei der IHK gehalten.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Lippischen Landeszeitung

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