Nachschau - Veranstaltung am 18.06.2013

 

 

Vortragsabend

 mit

Superintendent Dr. Dutzmann

Ev. Militärbischof der Bundeswehr

Die evangelische Militärseelsorge -

friedensethische und seelsorgerische Herausforderungen

am Dienstag, 18. Juni 2013, 18:00 Uhr

Stadthalle Detmold (Schloßplatz)

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Pressebericht

vom 20.06.2013

Dr. Martin Dutzmann sieht neue Herausforderungen für geistlichen Beistand der Soldaten

Militärseelsorge will Rückkehrern mehr Hilfe anbieten

Detmold (te). Die Militärseelsorger gehen mit den Soldaten der Bundeswehr in jeden Einsatz. Künftig wird aber auch die Nachsorge für Rückkehrer und ihre Familien ein Schwerpunkt der Militärseelsorge sein. Das sagte der evangelische Militärbischof Dr. Martin Dutzmann am Dienstag in einem Vortrag vor der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW).

Dutzmann, im Hauptamt Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche und nebenamtlich oberster evangelischer Militärgeistlicher, berichtete im kleinen Saal der Stadthalle von Grundlagen, Möglichkeiten und Herausforderungen für die Militärseelsorge in der Bundeswehr.

Viele Soldaten kämen traumatisiert aus dem Einsatz zurück, andere mit körperlichen Einschränkungen, dritte fänden ihre Rolle Zuhause nicht wieder, weil die während ihrer Abwesenheit von der Partnerin übernommen worden sei. Sie meldeten sich dann freiwillig zum nächsten Einsatz, weil sie sich nur dort verstanden und nützlich fühlten.

Die Veteranen sind sein Thema | Foto: Engelhardt

Das biete besondere Herausforderungen für die Militärseelsorge. Dutzmann stellte ein auf fünf Jahre angelegtes Rückkehrerprogramm vor, das unter anderem Wochenendseminare oder begleitete Ferienwochen für betroffene Soldaten und ihre Familien, aber auch Hinterbliebenen-Programme vorsieht. Dabei gehe es um die Menschen selbst, nicht darum, Soldaten wieder "einsatzfähig" zu machen.

Erwogen werde auch, Rückkehrer aus zivilen Organisationen mit in den Blick zu nehmen, denn für die gebe es nur wenig Angebote. Inbesondere im Auslandseinsatz stellten die Militärseelsorger immer wieder fest, dass sie sehr benötigt würden. Die Soldaten beschäftigten neben einsatzbezogenen Fragen von Tod, Verwundung oder Schuld, wenn andere getötet werden, auch trennungsbezogene Fragen. Wohlfeile Antworten gebe es dabei nicht.

Der Militärbischof erinnerte daran, dass die Seelsorger in Uniform "ihre" Soldaten immer begleiten, auch wenn die Kirchen sich in "kritischer Solidarität" das Recht vorbehielten, militärische Doktrinen zu hinterfragen. Er erläuterte, dass die Evangelische Kirche von Deutschland Frieden nicht als Selbstverständlichkeit ansehe, sondern als ständige Aufgabe. Friede benötige zudem das Recht, um wirksam zu werden. Um Recht durchzusetzen, sei in engen, ethisch definierten Grenzen sei militärische Gewalt als letztes Mittel zu verantworten. "Aber damit kann man nur die notwendige Zeit kaufen, um einen Frieden politisch zu ermöglichen", warnte Dutzmann vor überzogenen Erwartungen.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Lippischen Landeszeitung

 

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