Nachschau - Veranstaltung am 08.10.2010

Vortragsabend

zum Thema

Der Beitrag der Bundeswehr

zur Deutschen Einheit

- 20 Jahre danach

Referent:

Jörg Schönbohm

Minister des Inneren des Landes Brandenburg a.D.

und Generalleutnant a.D.

am Freitag, 08. Oktober 2010, 18.30 Uhr

im großen Saal der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold

Leonardo-da-Vinci-Weg 2, Detmold

In dem Vortrag wird auch eine Bewertung der Leistung der Bundeswehr im Vergleich zu anderen Bereichen vorgenommen.

Jörg Schönbohm - von 1983 bis 1985 Kommandeur der Panzerbrigade 21 "Lipperland" in Augustdorf - hat als Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost, als Innensenator Berlins und als Minister des Inneren des Landes Brandenburg die Wiedervereinigung und die anschließende Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland aus verschiedenen Funktionen heraus nicht nur "hautnah" erlebt, sondern maßgeblich mitgestaltet. Wie kaum ein anderer kann  er als ehemaliger General der Bundeswehr und Politiker die Wiedervereinigung Deutschlands darstellen und bewerten.

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Pressebericht vom 11.10.2010

        DETMOLD

Ehemaliger Brigadekommandeur und Minister

Jörg Schönbohm in Detmold

VON ANDRE GALLISCH

Ehemaliger Brigadekommandeur und Minister Jörg Schönbohm in Detmold | Foto: André Gallisch
 

 

Detmold. Jörg Schönbohm hat die Integration der NVA-Soldaten in die Bundeswehr als schwierige, aber spannende Aufgabe bezeichnet. Er war jetzt in den Räumen der IHK Lippe in Detmold zu Gast.

"Regionale Interessen ja - aber Ost-West-Konflikte gibt es in der Bundeswehr nicht mehr", zog der General außer Dienst ein Fazit. Als ehemaliger Inspekteur des Heeres und Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost fiel die Deutsche Einheit und die damit notwendige Integration ehemaliger NVA-Soldaten in die Bundeswehr in seinen Aufgabenbereich.

Auf Einladung des Freundeskreises der Panzerbrigade 21 Augustdorf und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik hatte der ehemalige Innensenator von Berlin, ehemalige Innenminister von Brandenburg und einstige Brigadekommandeur in Augustdorf (1983 bis 1985) im sehr gut besuchten großen Saal der IHK über seine Erfahrungen von vor 20 Jahren gesprochen. 

"Das war kein einfacher Weg, aber für mich auch der spannendste Lebensabschnitt, den ich hatte", resümierte er. Sicher sei er, dass in zehn Jahren Doktorarbeiten darüber geschrieben würden, was er in der Zusammenführung der Truppenteile hätte besser machen müssen. "Dem sehe ich gelassen entgegen", lächelte der 73-Jährige, "wenn ich dann noch in der Lage sein werde, werde ich auch darauf antworten."
Die Verhandlungen um Truppenreduzierung mit der Sowjetunion noch vor der Einheit hatte Schönbohm ebenfalls hautnah miterlebt. Dabei ging es darum, auf beiden Seiten gleich viele Soldaten abzubauen: "Damals habe ich gesagt: Wenn wir das machen, dann haben wir hier gar nichts mehr und ihr habt immer noch mehr als eine Million."

Als "ungewöhnlich" für einen totalitären Staat habe er damals die ersten, sich steigernden Demonstrationen der Bürger in der DDR empfunden. Diese haben zunächst "Wir sind das Volk" und dann "Wir sind ein Volk" gerufen. Damals sei mit dem zweiten Zitat zunächst allerdings gemeint gewesen, dass Bürger und NVA-Soldaten doch zu einem Volk gehörten. Erst im Laufe der Demonstrationen des Jahres 1989 sei daraus die gesamtdeutsche Komponente erwachsen.

"Ein Staat - eine Armee", zitierte Jörg Schönbohm den damaligen Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg. Dieser habe von Anfang an, auch gegen die Meinung von Außenminister Hans-Dietrich Genscher, die Auffassung vertreten, dass das wiedervereinigte Deutschland nur in der Nato eine Zukunft haben könne. Die Rolle Minister Stoltenbergs bei der Gestaltung der Deutschen Einheit, so Schönbohm, werde heute viel zu wenig gewürdigt.

Zurück in Detmold: Jörg Schönbohm signiert Bücher. Zu seiner Augustdorfer Zeit hatte er in Hiddesen gewohnt.

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