Nachschau - Veranstaltung am 03.04.2014

 

 

 Referent:

Oberst Dr. Gerhard P. Groß

Forschungsbereichsleiter am Zentrum für Militärgeschichte

 und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

am Donnerstag, 03. April 2014, 19.00 Uhr

im Kleinen Festsaal der Stadthalle,

Schloßplatz 7, 32756 Detmold

(Bushaltestelle Rosental)

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Pressebericht

vom 05.04.2014

Der Historiker Gerhard Groß referiert in Detmold zum Ersten Weltkrieg

Ein Oberst und Historiker: Dr. Gerhard Groß im kleinen Saal der Detmolder Stadthalle. Foto: Gocke

Detmold. Gut 100 Jahre ist es her, dass der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde. Ein Attentat, welches bis heute nachwirkt, betonte der Bundeswehrhistoriker Dr. Gerhard Groß, der in der Detmolder Stadthalle zum Ersten Weltkrieg referierte.

Preußischer Militarismus allein sei wohl nicht der Auslöser für den Ersten Weltkrieg gewesen, das betonte der Referent gleich zu Beginn seines gut 60-minütigen Vortrages. „Alle späteren Beteiligten des Krieges waren im Vorfeld hoch gerüstet", erklärte der Referent und machte dies mit Zahlen und Statistiken deutlich. „Das Militär hatte in allen Ländern einen hohen Stellenwert, der einzige Unterschied war wohl, dass die Preußen ihre Uniformen häufiger trugen", kommentierte Dr. Groß. Dazu dürfte dann die allgemeine Stimmungslage der Bevölkerung gekommen sein. „Nicht wenige haben damals einen Krieg regelrecht herbeigesehnt und hofften so auf ein ,reinigendes Gewitter für alle sozialen Probleme und Ungerechtigkeiten dieser Jahre", erklärte der Historiker.

So schwer es scheint, einen Schuldigen für den Ausbruch zu benennen, so einfach ist es, seinen Verlierer zu bestimmen. In den letzten Tagen des Krieges seien die Mittelmächte militärisch zweifelsfrei besiegt gewesen, so Dr. Groß. „Der so genannte Dolchstoß ist ausgemachter Unsinn", bekräftigte der Historiker dabei unmissverständlich und machte deutlich: „Das Heer war ganz klar besiegt." Andere Betrachtungen gehörten schlichtweg in den Bereich von Mythos und Legende und würden die damalige Lage völlig verklären. „Es mangelte an allem, was zur' Fortführung des Krieges benötigt wurde", so Groß.

Die Folgen des Krieges würden wir bis heute an vielen Stellen spüren, erklärte der Referent. Denn viele Probleme des 20. Jahrhunderts und auch unserer Gegenwart hätten ihre Wurzeln in jenen Tagen, als „willkürlich Grenzen gezogen wurden - das haben wir etwa auf dem Balkan gesehen und sehen es heute wieder, wenn wir unseren Blick auf die Krim richten." Ein wirkliches Verständnis für die Zusammenhänge vor Ort lasse sich nur entwickeln, „wenn Sie weit zurück blicken", so der Historiker.

Eingeladen wurde der prominente Militärhistoriker und Oberst der Bundeswehr durch die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Deren Vertreter, Dr. Karl-Hans Schlossstein, zeigte sich am Ende beeindruckt von der „hohen Qualität des Vortrages, der eine Fülle neuer Erkenntnisse mit sich brachte".

In den kleinen Saal der Detmolder Stadthalle waren gut 200 Zuhörer gekommen, darunter Reservisten der Kreisgruppe Bielefeld. (tog)

 

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