Nachschau

Groschek:
„Freiwillige Wehrpflicht wäre
bessere Alternative"

Bei seinem ersten offiziellen Einsatz nach der Wahl zum Stellvertreter des Präsidenten des Reservistenverbandes sprach Michael Groschek bei der Sektion Köln der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V. über die „Neuausrichtung der Bundeswehr und die Bewertung

aus sozialdemokratischer Sicht"

Von Martin Gerdes

Mit Blick auf die zahlreichen Auslandseinsätze fand der nordrheinwestfälische Bundestagsabgeordnete deutliche Worte: „Es ist unredlich, die Bundeswehr bewaffnet in einen Konflikt zu schicken und im Nachhinein dann in aller Ruhe darüber zu befinden, ob deren Waffeneinsatz möglicherweise dann doch nicht erwünscht war."

Kritik äußerte das Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages an der bedingungslosen Abschaffung der Wehrpflicht, die er keinesfalls als glücklich wertete. Eine bessere Alternative wäre gewesen, weiterhin die Freiwilligen der „Wehrpflicht" zu stellen und die Nichtinteressierten einfach nicht zu ziehen. Nun falle der „normale Bürger in Uniform" komplett weg. Dieser sei bisher ein wichtiger Multiplikator im Bewusstsein der Bevölkerung und im gesellschaftlichen
Leben gewesen. Die Bundeswehr von morgen werde verstärkt darum kämpfen müssen, bei der Bevölkerung nicht ganz in Vergessenheit zu geraten. Und hier sieht er enorme Aufträge für Reservistenverband und Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V.

Im Kooperationsverbund mit dem Reservistenverband, dessen Landesvorsitzender Major d.R. Wolfgang Wehrend mit von der Partie war, der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik und dem Deutschen Bundeswehrverband gelang es Müller-Bozkurt, eine überaus lebhafte Diskussion zur Bundeswehr-Reform in Gang zu setzen. Groschek betonte dabei, dass die eingeleitete Reform nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, egal unter welcher Regierung. Er zollte Verteidigungsminister de Maiziere Lob: „Es ist sein Verdienst, die unpopuläre Botschaft vermittelt zu haben, dass die Verkleinerung der Bundeswehr zunächst einmal richtig Geld kostet."

Groschek, seit 2009 Abgeordneter im Deutschen Bundestag, war zuvor Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages und Generalsekretär der SPD an Rhein und
Ruhr. Er sprach vor rund 75 Gästen des Kölner Forums zur Außen- und Sicherheitspolitik. Sektionsleiterin Dr. Askim Müller-Bozkurt konnte zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Öffentlichkeit begrüßen, dabei Brigadegeneral Heinrich Fischer, Kommandeur der Heeresschulen und Stellvertretender Amtschef des Heeresamtes, sowie Brigadegeneral Franz Pfrengle.

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