Nachschau - Veranstaltung am 30.10.2013

 

Sicherheitspolitischer Vortrag

zum Thema

Osama bin Laden ist tot – Al Qaida lebt

Aktuelle Bestandsaufnahme des islamistischen Terrorismus

Referent:

Foto: IFTUS

Rolf Tophoven

Direktor des Instituts für Krisenprävention (IFTUS), Essen

am Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19.30 Uhr

im Amt für Heeresentwicklung,

Kleiner Tagungssaal des Tagungszentrums
Konrad-Adenauer-Kaserne

Brühler Str. 300, 50968 Köln

 

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Eigenbericht zur Veranstaltung

Osama Bin Laden ist tot – Al-Qaida lebt

Herausforderungen durch den islamistischen Terrorismus

 In der Wahrnehmung um die Abhöraffäre durch die amerikanische National Security Agency (NSA), ist die Bedrohung durch Terrorismus in der Gesellschaft aus dem Blickfeld geraten.

Die Kreisgruppe Köln des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, die Sektion Köln-Bonn der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik und die Sektion Köln der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik haben sie  aber nicht aus den Augen verloren.

Begrüßung und Vorstellung des Referenten Rolf Tophoven durch Jan W. Gleitsmann

Jan W. Gleitsmann, Major der Reserve, begrüßt  Rolf Tophoven, Leiter des Instituts für Krisenprävention (IFTUS), um das aktuelle Lagebild darzustellen. Etwa sechzig Interessierte sind im Amt für Heeresentwicklung in Köln dabei.

Amerikas Ansehen leidet

Bevor Tophoven zum angekündigten Thema des Abends kommt, geht er kurz auf die Abhöraffäre ein. Für ihn setzen die Amerikaner zu sehr auf Technik, Deutschland hingegen mehr auf die Analyse und Beurteilung von gesammelten Nachrichten. Die Aufdeckungen der amerikanischen Aktivitäten werden die US-Geheimdienste lähmen. Sie schaden dem Ansehen und der Reputation von Friedensnobelpreisträger Präsident Barack Obama. Im Syrienkonflikt hat er das „Schwert“ aus der Hand gegeben. Nun ist die politische Situation vollkommen verfahren, so seine Einführung.  

Neue Schwerpunkte des Terrorismus

An einer Karikatur erläutert der Referent, dass man zwar Osama Bin Laden, den Kopf des Terrorismus, am 2. Mai 2011 ausgeschaltet habe, aber nicht die Metastasen. Der weltweite Terrorismus wird auch ohne ihn weiter existieren. Zu unterscheiden ist zwischen Islam, Islamismus und Islamistischer Terror. Bei der militanten Form des Islamismus werden Andersdenkende zu Ungläubigen erklärt und zur Tötung freigegeben. Inzwischen werden die Strukturen des weiter regional und national agierenden Terrorismus flacher gehalten. „Al-Qaida ist ein terroristischer Supermarkt“, alle möglichen Anschlagformen sind im Angebot. Vier aktuelle Zentren Afghanistan/Pakistan, Jemen, Irak und Maghreb existieren. Neue Zielländer sind Mali, Ägypten/Sinai, Syrien und Somalia.

Tophoven hat Germanistik und Geschichtswissenschaft in Münster studiert. Nach dem Studium war er zuerst Lehrer und danach am Institut für Terrorismusforschung in Bonn tätig. Seit September 2003 leitet er das Institut für Krisenprävention  in Essen

Die Täter kommen aus unterschiedlichen Milieus

Weltweit existiert ein Netzwerk von Kooperationspartnern.  Die von Osama Bin Laden vorgegebene Botschaft vom Dschihad (Heiliger Krieg) ist das Credo. Inzwischen kann von drei Generationen Kämpfer ausgegangen werden. Die Veteranen (Mujaheddin), etwa 20.000 bis 30.000 Angehörige aus der gesamten arabisch-muslimischen Welt und in den  Camps in Somalia, im Jemen, in  Mali und Ägypten/Sinai. Sie kommen aus europäischen Immigranten und Migrantenzirkeln, waren somit  einmal „mitten unter uns“. Bei den Terroranschlägen in Madrid (März 2004), in London (Juli 2007) oder auch bei der Ermordung Theo van Goghs (November 2004) kamen die Täter aus dem Immigrantenmilieu.

Der mediale Erfolg ist einkalkuliert

Das weltumspannende Internet ist inzwischen die Kommunikationsplattform des Terrorismus. Die Täter wollen die mediale Aufmerksamkeit. Das englischsprachige Onlinemagazin „Inspire“ erscheint inzwischen regelmäßig. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtet über das Terrornetzwerk. Auch der  Nachfolger von Osama Bin Laden, Ayman al-Zawahiri, beherrscht die Strategie der Propaganda.

Blick auf einen Teil der Zuhörer im Vortragsraum

Auch zum Abschluss seiner Ausführungen nutzt Rolf Tophoven ein Bild. Auf der einen Seite ist ein Laptop und auf der anderen eine Kalaschnikow zu sehen. Beides wird von Terroristen verwendet. Beim Anschlag am Frankfurter Flughafen am 2. März 2011 erschießt der Einzeltäter Arid Uka mit einer Pistole zwei amerikanische Soldaten. Bisher ist Deutschland durch die Arbeit der Dienste vor weiteren terroristischen Anschlägen verschont geblieben. Die Zuhörer haben den  sicherheitspolitischen Vortrag nachdenklich aufgenommen.

Text u. Fotos Peter E. Uhde

 

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