Nachschau - Veranstaltung am 23.09.2010

Vortragsabend

mit dem Thema

 Kambodscha zwischen Angkor Wat und Pol Pot -

Einsatz als deutscher Feuerwerker in Kambodscha

Referent:

 OTL a.D. Joachim Kocherscheidt

Stellv. GfW - Landesvorsitzender III (NRW)

und Stellv. Sektionsleiter Düsseldorf

am Donnerstag, 23. September 2010, 19.30 Uhr

Schützenheim Erftstadt - Lechenich

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Sektionseigener Bericht

Kambodscha zwischen Angkor Wat und Pol Pot –

Einsatz als deutscher Feuerwerker in Kambodscha

Bei einer Explosion in einem Waffenlager nahe der kambodschanischen Stadt Battombang kamen 2005 sechs Menschen ums Leben. Nicht explodierte Munition verstreute sich über mehrere Quadratkilometer. Nach diesem Ereignis bat die Regierung von Kambodscha die Bundesrepublik Deutschland um Hilfe.

Von Dezember 2006 bis Januar 2009 war  Joachim Kocherscheidt im Auftrag der Bundesregierung als fachlicher Leiter eines Programms zur Verbesserung der Sicherheit bei der Lagerung der Munition der kambodschanischen Armee eingesetzt.

Er fand dort bis zu 100.000 Tonnen an Munition und Sprengstoffen, die oft ungesichert in maroden Schuppen lagern, als Erbe des kalten Krieges sowie jahrzehntelanger Bürgerkriege vor.

Über diesen Einsatz berichtete der Referent. Er verstand es mit seinem äußerst lebendigen Vortrag, unterstützt von eindrucksvollen Bildern, die Notwendigkeit dieses Einsatzes zu verdeutlichen.

OTL a.D. Joachim Kocherscheidt in Düren

Sehr informativ war die einleitende Schilderung über Geschichte, Kultur und Lebensumstände dieses fernen Landes, das bis 1953 französische Kolonie war. Danach litt das Land unter jahrzehntelangen Bürgerkriegen und der Diktatur der Roten Khmer. Mit UN-Unterstützung wurde Kambodscha ab 1993 zu einem demokratisch regierten Königreich.

50 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

Der dienstliche Einsatz von Kocherscheidt erfolgte unter extremen klimatischen Bedingungen. Im Lande sind riesige Mengen Munition praktisch ungesichert in meist behelfsmäßigen Depots gelagert. Zu großen Teilen ist die Munition überlagert, beschädigt, vergammelt und von Termiten zerfressen. Mit den hieraus resultierenden Gefahren umzugehen und zumindest ein Minimum an Sicherheitsstandards zu erreichen, war Ziel der Ausbildungsunterstützung.

Vortrag im Schützenheim in Erftstadt - Lechenich

(Foto: GfW-NRW - Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Seitens der kambodschanischen Armee wurde diese Unterstützung trotz einiger bürokratischer Hemmnisse dankbar angenommen – die aus dem Heimatland waren allerdings mitunter größer. Die kambodschanischen Soldaten waren einsatzwillig und bemüht, wenn auch etliche nur Teilziele der Ausbildung erreichten.

Insgesamt konnten jedoch Grundlagen für die selbständige Lösung der dortigen Munitionsprobleme vermittelt werden. Ob dieser Weg auch entsprechend konsequent weiterverfolgt wird, zweifelte der Referent an. Entsprechende internationale Kontrollen wären erforderlich. Die Bundesregierung hat ihr diesbezügliches Hilfsprogramm jedoch beendet.

Abschließend betonte Kocherscheidt, dass derartige Munitionsprobleme leider nicht auf Kambodscha begrenzt sind. Das uns nächstgelegene Problemgebiet ist die Oblast Kaliningrad, das Gebiet um meine Geburtsstadt Königsberg.

 Gruppenbild der Zuhörerschaft nach dem Vortrag

(Foto: GfW-NRW - Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Die Zuhörer, unter ihnen der Landesvorsitzende Martin Gerdes, machten sich nach diesem eindrucksvollen Abend sehr nachdenklich auf den Heimweg.

Burkhard Popien

Links zu Kambodscha

YouTube-Video: Kambodscha - Mehr als nur Angkor Wat - 1. Teil

YouTube-Video: Kambodscha - Mehr als nur Angkor Wat - 2. Teil

YouTube-Video: Kambodscha - Mehr als nur Angkor Wat - 3. Teil

Kambodscha - Minen: Tödliche Gefahr für Kinder auf unicef.de

Kambodscha - Leben mit der Landminengefahr auf drk.de

Kambodscha - Völkermord: Spuren des Schmerzes auf zeit.de

 

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