Nachschau - Veranstaltung am 18.03.2010

Vortragsabend

zum Thema

Afghanistan - Stresstest für die Bundeswehr

und / oder

Zerreißprobe für die NATO?

Referent:

 

Winfried Nachtwei

MdB a.D.

am Donnerstag, 18. März 2010, 19.30 Uhr

im Schützenheim Erftstadt - Lechenich

Winfried Nachtwei wurde 1946 geboren. Wehrdienst leistete er von 1965-67. Nach dem Studium in Münster und München war er 17 Jahre Lehrer am Gymnasium Dülmen für Geschichte und Sozialwissenschaften. Von 1980 bis Ende der 90er Jahre war er in der Friedensbewegung aktiv. N. ist Gründungsmitglied von GAL/GRÜNEN in Münster.

Von 1994 bis Oktober 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, dort Mit­glied des Verteidigungsausschusses und mehrerer Unterausschüsse. Er war Frakti­onsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, seit 2002 Obmann im Verteidigungs­ausschuss und im Unterausschuss Abrüstung und Rüstungskontrolle.

Im Rahmen seiner politischen Arbeit unternahm Nachtwei 40 Truppenbesuche und 30 Reisen in Krisengebiete, davon 14 nach Afghanistan.

In einem absolut überparteilichen Sachvortrag, verstand N. es, den Zuhörern historische und politische Hintergründe und Probleme darzustellen. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Vorträgen, die (durchaus sehr gute) Erlebnisberichte von Kontingentangehörigen darstellten, berichtete N. aus seinen reichen Erfahrungen gezielter Besuche als Parlamentarier. Damit vermittelte er seinen Zuhörern ein umfassendes, realistisches und zusammenhängendes Lagebild. Zugleich verdeutlichte er sein großes persönliches Engagement für den deutschen Beitrag in Afghanistan.

Er machte deutlich, dass die öffentliche Wahrnehmung vom journalistischen Motto „bad news are good news – good news are bad news“ geprägt ist. Die vielen kleinen Erfolge z.b. in der Lehrerausbildung, im Schulwesen, der Polizeiausbildung und der gesundheitlichen Grundversorgung bleiben in der deutschen Presse weitgehend unerwähnt. Schonungslos stellte er aber auch die aktuellen Rückschläge dar. Er erwähnte ebenso die Gefährdung der Bevölkerung durch Stammesfehden, die regional größere Opfer als der internationale Einsatz gegen die Taliban fordern.

Von der Politik forderte N. einen ehrlichen Umgang mit der Situation, wenn auch mit dem Thema Afghanistan derzeit politisch nur Minuspunkte zu ernten sind.

Diese Ehrlichkeit demonstrierte N. sehr deutlich mit Inhalt und Diktion seines Vortrages, in dem ihm z.B. der unpopuläre Begriff der Gefallenen ganz selbstverständlich über die Lippen ging.

Eine anschließende lebhafte Diskussion rundete diesen informativen Abend ab.

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