Nachschau - Veranstaltung am 17.06.2010

Vortragsabend

zum Thema

Streitbare Demokratie und Linksextremismus

Referent:

Dr. Rudolf van Hüllen

Parteienforscher

am Donnerstag, 17. Juni 2010, 19.30 Uhr

im Schützenheim der St. Sebastianus

Schützenbruderschaft Lechenich e.V.

Erftstadt - Lechenich

*****

Sektionseigener Bericht

Streitbare Demokratie und Linksextremismus

Dr. van Hüllen stellte in einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation die Extremismustheorien und deren Strukturmerkmale dar. Er zeigte die historische Entwicklung des Linksextremismus von 1945 bis in die heutige Zeit auf.

In einem aktuellen Stärkevergleich stellte er etwa  25.000 Rechtsextremisten ca. 31.000 Linksextremisten gegenüber. Letztere gliedern sich in Autonome und Anarchisten, die den Staat („Schweinesystem“) als solchen bekämpfen und Marxisten, die ideologisch bei der Wirtschaft  ansetzen. Zu ihnen zählen auch Maoisten, Trotzkisten und die DKP, die mit etwa 4.000 Mitgliedern, deren Altersdurchschnitt bei 70 Jahren liegt, ihrem natürlichen Ende entgegensieht.

Nicht als Linksextremisten erfasst sind die etwa 77.650 Mitglieder der inzwischen im Bundestag und zahlreichen Landesparlamenten vertretene Partei „Die Linke“. Es muss jedoch festgestellt werden, dass in ihr ehemalige Funktionsträger der SED und DKP erheblichen Einfluss ausüben und eine Linie vertreten, die nicht unserer demokratischen Verfassung entspricht.

Das Parteiprogramm ist wesentlich von Leninschen Thesen  bestimmt. Der Referent sprach von einem "smarten Extremismus“.  Wenn „Die Linke“ sich als Partei der Friedensfreunde darstellt, folgt sie originärer Leninscher Kriegsursachenanalyse, nach der Frieden auf der Abschaffung des Kapitalismus und dem Erreichen des Sozialismus beruht.

Dass solche Thesen ebenso wie uninformierte und unkritische Geschichtsbetrachtung ihre Wirkung zeigen, beweist eine aktuelle Umfrage unter Jugendlichen, die in großer Zahl die DDR als „gemütlich“ und den Kommunismus als „menschlich“ ansehen.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die sehr klaren und mutigen Aussagen des Referenten starken Eindruck hinterlassen haben. Leider spiegelte sich das allgemeine Desinteresse an Fragen des Linksextremismus auch in einer recht geringen Zuhörerzahl wider. Der sehr fundierte und engagierte Vortrag hätte einen größeren Teilnehmerkreis verdient gehabt.

Zur Person des Referenten:

Dr. Rudolf van Hüllen studierte an der Universität Bonn Politische Wissenschaften und promovierte zu einem Thema der Parteienforschung. Nach Tätigkeiten in der politischen Bildung - u.a. auch für die Bundeswehr zur westlichen Demokratietheorie, zum Ost-West-Gegensatz und zur sowjetischen Friedensagitation während der "Anti-Nachrüstungskampagne" - war er von 1987 - 2006 Referent / Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln. Seither ist er als freier Extremismusforscher und Dozent vor allem in der Präventionsarbeit gegen Rechts-  und Linksextremismus tätig.

Text: Burkhard Popien, Sektionsleiter

Oben                                                                                                                                                                  Zurück

Unsere Partner: