Nachschau - Veranstaltung am 17.03.2011

 

Vortragsabend

mit dem Thema

Je drei Jahre im Iran und in Afghanistan - Eindrücke und Erfahrungen als Militärattaché

Referent:

Oberst i.G. Gerhard Faustmann

Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, Geilenkirchen,

ehemaliger Militärattaché im Iran und in Afghanistan

am Donnerstag, 17. März 2011, 19.30 Uhr

im Schützenheim der St. Sebastianus

Schützenbruderschaft Lechenich e.V.

in Erftstadt-Lechenich

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Sektionseigener Bericht

Als "legalisierter Spion" im Iran

Eindrücke und Erfahrungen eines Militärattachés

Oberst i.G. Gerhard Faustmann ist zurzeit Angehöriger des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen. Er war von 2000 bis 2003  Deutscher Militärattaché in der Islamischen Republik Iran, anschließend bis 2006 in Afghanistan.

Einleitend stellte der Referent Aufgaben und Organisation des Attachédienstes dar. Er arbeitete die Unterschiede seiner Arbeit in beiden Ländern heraus. Im Iran wurde er als „legalisierter Spion“ behandelt, während Afghanistan ihn als „besten Freund“ betrachtete.

Es schloss sich ein Vergleich beider Länder an. Dieser umfasste geografische, geo-politische, Bevölkerungs- und wirtschaftliche Strukturen.

Danach wurde das orientalische Fühlen und Verhalten geschildert, wobei die Skepsis der westlichen Welt gegenüber, besonders Amerika, zum Ausdruck kam („West-Intoxication“). Die Bedeutung der Ummah, der religiösen Gemeinschaft aller Muslime, wurde am Beispiel der Mohammed-Karikaturen verdeutlicht.

Unter der Überschrift „Schlagzeilen“ stellte der Referent die Probleme aus westlicher und aus Sicht beider Länder dar.

Beim Iran ging es hauptsächlich um das Atomprogramm, das Verhältnis zu Israel und den USA und die Menschenrechte. Besondere Betrachtung erfuhr die strategisch-politische  Bedeutung der Meerenge von Hormuz.

In Afghanistan sind es hauptsächlich die Armut, Ungebildetheit und ein naives Islamverständnis, das einen gefährlichen Nährboden für die Taliban bildet. Die hiermit verbundene Problematik des Nachbarstaates Pakistan wurde gestreift.

Das große Interesse am Thema spiegelte ein voll besetzter Vortragssaal wider. Die persönliche Erfahrung des Referenten, seine fachliche Kompetenz und sein großes Engagement kamen in einem sehr kompakten Vortrag zum Ausdruck, der die Zuhörer inhaltlich und auch zeitlich stark forderte. Deshalb blieben für eine Diskussion nur noch wenige Reserven übrig.

Der insgesamt sehr informative Abend wurde mit einem Kurzfilm zur iranischen Mentalität und Lebensweise abgeschlossen. Diesen hatte Prof. Dr. Buchbender, der Referent unserer Februarveranstaltung, zur Verfügung gestellt. Buchbender, im Einzugsgebiet der Sektion wohnhaft, war zur aktuellen Veranstaltung als Gast erschienen.

Burkhard Popien

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