Nachschau - Veranstaltung am 13.10.2011

 

 

Informations- und Bildungsfahrt

nach Oberhausen

am Donnerstag, 13. Oktober 2011

 

Foto: B. Popien

Gasometer, Blick von der Promenade

 

Sektionseigener Bericht

Auf den Spuren "Magischer Orte"

Die erste Veranstaltung nach der Sommerpause führte unsere Sektion nach Oberhausen.

Dort besuchten wir zunächst den Gasometer. Hier wurden wir mit der Geschichte dieses einmaligen Industriedenkmals vertraut gemacht.

Im Februar 1927 wurde mit seinem Bau begonnen, und nach knapp zwei Jahren stand am Rhein-Herne-Kanal der mit 117,5 m Höhe und einem Durchmesser von 67,6 m größte Gasbehälter Europas.

Er wurde mit den Gasen befüllt, die als Abfallprodukte in den Hochöfen anfielen.

Mit Schließung der Kokerei in Oberhausen wurde der Gasometer überflüssig, seine Stilllegung erfolgte 1988.

Nachdem die Zukunft des Gasometers zunächst offen war und ihm der Abriss drohte, wurde er zu jener außergewöhnlichen Ausstellungshalle umgebaut, die heute das Wahrzeichen der Stadt Oberhausen ist.

Anschließend erlebten wir eine Führung durch die Ausstellung „Magische Orte“. Auf großformatigen Fotos werden die sieben Weltwunder der Antike und zahlreiche Welterbestätten der UNESCO dargestellt.

Erdgeschichtliche Objekte und beeindruckende Kunstwerke führten uns durch Wüsten und Gebirge, durch Urwälder und verwunschene Gärten, in Tempel und Paläste – an wahrhaft „magische Orte“, deren Schönheit die gewaltigen schöpferischen Energien unserer Erde verkörpern. Unsere Führerin verstand es, die Geschichte unserer Erde lebendig werden zu lassen.

Besonderen Eindruck hinterließ ein 43 Meter hoher künstlicher Regenwaldbaum.

Der Blick vom Dach des Gasometers bietet bei klarem Wetter einen einzigartigen Rundblick über das gesamte westliche Ruhrgebiet, der bis zu 35 Kilometer weit reicht. Leider mussten wir wegen des dunstigen Wetters auf ein paar Kilometer verzichten.

Im Anschluss hatten wir Gelegenheit, das nahegelegene Erlebnis- und Einkaufszentrum CentrO zu besuchen und dort in einem der zahlreichen Restaurants zu Mittag zu essen. Das CentrO wurde 1996 eröffnet und gilt mit 200 Einzelhandelsgeschäften als eines der größten in Europa.

Am Nachmittag erlebten wir eine Führung im LVR Industriemuseum durch die Ausstellung der Schwerindustrie. Früher war hier die Zinkfabrik Altenberg zu Hause. Zunächst wurden wir deshalb mit der Zinkherstellung vertraut gemacht.

Danach begann unsere Führung durch die Ausstellung. Sie wird wesentlich bestimmt von der Geschichte des bedeutendsten Industrieunternehmens des Ruhrgebietes Krupp. Zahlreiche Zeugnisse seiner Geschichte finden sich in der Dauerausstellung des Museums. So erinnert ein großes Krupp-Panoramabild an den Ausbau der Fabrik und zeigt die Produktionsschwerpunkte: Kanonen und Eisenbahnradreifen.

Während der Führung sahen wir  u.a. das Modell eines Hochofens, Röhren, eine Feldhaubitze, die Krupp-Lokomotive 50 und riesige Aggregate, mit denen Stahl und Eisen geschmiedet und bearbeitet wurden. Wir erlebten Werkzeugmaschinen in Aktion und eine Prüfmaschine, die ein Stahlstück lautstark zerriss.

Besonders beeindruckend und auch erschreckend war, unter welchen Bedingungen bis in die Jahre des Wirtschaftswunders nach dem Krieg gearbeitet wurde. Umwelt- und Gesundheitsschutz spielten überhaupt keine Rolle. Folglich erstaunte es nicht, dass Beschäftigte in der Zinkhütte und der Stahlverarbeitung häufig mit 45 Jahren arbeitsunfähig waren und meist sehr früh starben.

Nachdenklich und voller interessanter Eindrücke machten wir uns auf den Heimweg.

Burkhard Popien

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