Nachschau - Veranstaltung am 11.06.2013

 

Vortragsabend

 zum Thema

Seefahrt tut not –

Deutschlands wirtschaftliche Abhängigkeit

von den Seewegen

Referent:

 Oberst a.D. Klaus Suchland

GfW-Sektionsleiter Minden

am Dienstag, 11. Juni 2013, 19.30 Uhr

im Schützenhaus

der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lechenich e.V.

Heinrich-Zimmermann-Weg,

 Erftstadt-Lechenich

 

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Sektionseigener Bericht

Am Beginn eines maritimen Zeitalters

„Endlich Sommer“ – das hatten sich wohl etliche Mitglieder und Freunde unserer und auch der Kölner Sektion, mit der wir diese Gemeinschaftsveranstaltung angeboten hatten, gesagt und den Tag anderweitig verplant. Sie haben einen höchst informativen Vortrag verpasst, der den 21 Anwesenden deutlich die Bedeutung, aber auch die Problematik der Seefahrt für Deutschland und die gesamte Menschheit vor Augen führte.

Unser Referent, Oberst a.D. Suchland, Sektionsleiter Minden, stellte seinem Vortrag voraus, dass die Gewährleistung maritimer Sicherheit Teil der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge ist. (Quellen: Weißbuch 2006 und Verteidigungspolitische Richtlinien vom 18.05.2011)

95 Prozent des Welthandels wird mit 90.000 Schiffen über die Weltmeere abgewickelt. Deutschland steht an 3. Stelle der Handelsflotten; unser interkontinentaler Warenaustausch erfolgt zu 98 Prozent auf dem Seewege. Diese bedeutet eine absolute Abhängigkeit unserer Wirtschaft von der Schifffahrt. Aber auch maritime Rohstoffe und regenerative Ressourcen gewinnen ständig an Bedeutung und führen zu konkurrierendem Wettbewerb um den Zugang mit politischen Folgen und neuen sicherheitspolitischen Fragen.

Bedroht wird die maritime Sicherheit von zahlreichen Faktoren:

Der Klimawandel und seine Folgen führen u.a. zu Umweltflüchtlingen und eisfreien Flächen, neuen Seewegen und damit zu strategischen Folgerungen.

Maritimer Terrorismus ist durch Entführung von Tankern und deren Sprengung in Hafenstädten mit fürchterlichen Folgen denkbar.

Die Piraterie ist eine ständige Gefahr, besonders im Golf von Aden und auf den Seewegen um Indonesien. Die betroffenen Staaten und Reedereien haben inzwischen gelernt, mit dieser Bedrohung umzugehen und ihr zunehmend erfolgreich zu begegnen.

Die gewaltigen Verkehrsströme auf See beinhalten große Gefahren von Havarien, besonders in Meerengen und Kanälen.

Auch die Zunahme von Neobiota bedroht unsere heimischen Gewässer. Das Einschleppen von fremden Lebewesen und Pflanzen, die in unseren Breiten meist keine natürlichen Feinde haben, stellt eine wachsende Gefahr dar.

Zusammenfassend stellte der Referent fest, dass wir am Beginn eines maritimen Zeitalters stehen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die übermäßige Nutzung der Weltmeere als Verkehrswege und die Ausbeutung der maritimen Rohstoffe auf lange Sicht eine Bedrohung unserer Lebensgrundlagen darstellt.

Am Beispiel der unendlichen Mengen von Plastik, die auf den Meeren herumschwimmen, wurde dieses deutlich. Die Plastiktüte, die wir über Bord werfen, kehrt von Strömungen und Seegang zerkleinert und von den Fischen aufgenommen über die Nahrungskette zu uns zurück.

Fazit diese hochinteressanten Abends war: wenn die steigende Weltbevölkerung weiter so mit den Meeren umgeht, werden unsere Enkel die Folgen tragen und sich zunehmend auf einen Lebensstandard wie im Mittelalter einstellen müssen.

Burkhard Popien

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