Nachschau - Veranstaltung am 19.03.2012

 

Echt Extrem -
Veranstaltung gegen Extremismus

am Montag, 19. März 2012,11.40 bis 13.15 Uhr
 PZ des Schulzentrums
Comeniusstraße 16-18, 52531 Übach-Palenberg

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Pressebericht

vom 22.03.2012

Übach-Palenberg: Schulen diskutieren über

Bedrohungen unserer Demokratie

Das Foto zeigt die Akteure, die bei den Vorbereitungen und Durchführung der

Veranstaltung am Pädagogischen Zentrum (PZ) in Übach-Palenberg beteilig waren.

Ca. 450 Schülerinnen und Schüler waren eingeladen und intensiv mit eigenen Beiträgen beteiligt.

Auf dem Gruppenfoto: Referent Dr. Rudolf van Hüllen (2.v.r.), Schulleitung mit

Dr. Hans Münstermann u. Silke Peters (3./4.v.l.), Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (3.v.r.)

Beigeordnetem Engelbert Piotrowski (2.v.r.) sowie Josef Latour (l.) u. Herbert Wölfel (r.)

Übach-Palenberg. Das Pädagogische Zentrum in Übach-Palenberg, Ort des jährlichen Bürgerempfangs und diverser kultureller Veranstaltungen, war gut gefüllt mit mehreren Hundert Schülern des Carolus-Magnus-Gymnasiums und der Willy-Brandt-Gesamtschule. Es ging um die politischen Erscheinungsformen von Extremismus. Die Schulleitung des Gymnasiums, Dr. Hans Münstermann und Silke Peters, hatte das Kollegium, die Eltern und die benachbarte Gesamtschule eingeladen.

«Politische extreme Einstellungen und Bestrebungen - Links- und Rechtsextremismus - bedrohen tagtäglich die Demokratie sowie das tolerante Zusammenleben von Bürgerinnen und Bürgern. Besonders junge Menschen sind empfänglich für die Botschaften extremistischer Leitfiguren und deren Programme. Aus diesem Grund sollen unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines besonderen Vortrags mit anschließender Diskussion Gelegenheit erhalten, sich mit Extremismus kritisch auseinanderzusetzen.»

Für den angekündigten besonderen Vortrag konnte der bekannte Politikwissenschaftler und Extremismusforscher Dr. Rudolf van Hüllen gewonnen werden, der bis 2006 für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig war.

Dr. van Hüllen referierte im vergangenen September als Gast der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik im Geilenkirchener Haus Basten über «Rechtsextremismus und streitbare Demokratie». In der damaligen Diskussion bestand Einvernehmen, dass diese Thematik insbesondere jungen Menschen näher gebracht werden sollte.

Diese Idee konnte nun, erneut mit Dr. van Hüllen, realisiert werden. Der Referent verdeutlichte zunächst das Extremismuspotenzial in der Bundesrepublik. Etwa 24.000 Rechtsextreme, 32.000 Linksextremisten und 37.000 Islamisten gibt es in Deutschland. Sie alle weisen nach Ansicht des Experten mehr oder weniger identische Strukturmerkmale auf.

Neben dem Anspruch auf absolute Wahrheiten, ein geschlossenes und kritikresistentes Weltbild sowie unverrückbare Feindbilder gehöre dazu die Bereitschaft, ihre Ziele und Vorstellungen gegebenenfalls auch mit Gewalt durchzusetzen. Angesichts verschiedener bestehender Verbote, wie etwa der Darstellung von Nazi-Symbolen, des Hakenkreuzes und ähnlichem, würden Extremisten häufig mit versteckten, verschlüsselten Botschaften arbeiten. Dies war die große Stunde der Klasse 9a und ihrer Lehrerin, Frau Weber, konnten sie doch jetzt die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zum Thema Rechtsextremismus präsentieren.

Für Insider dieser Szene sendet beispielsweise der Träger eines T-Shirts mit der Zahl 88 einen Zahlencode aus, der entschlüsselt Heil Hitler bedeutet, ist das H doch der achte Buchstabe im Alphabet. Auch Beispiele von NPD-Agitation wurden vorgestellt. Ein großformatiges Werbeplakat, auf dem offensichtlich türkischstämmige Frauen mit großen Einkaufstaschen zu sehen sind, trägt den harmlosen Untertitel «Gute Heimreise», soll aber die Botschaft vermitteln «Ausländer raus aus Deutschland!».

In der anschließenden Diskussion wollten die Schüler wissen, wie man zum Extremisten werden kann. Dr. van Hüllen: «Häufig sind es junge Menschen mit Problemen in der Familie, in der Schule oder bedingt durch Arbeitslosigkeit, die dann Opfer der Verführungen durch Extremismus werden. Diese Menschen sind empfänglich, falls einer einfache Lösungen anbietet.» Da sich die Veränderungen hin zum Extremismus in der Regel nur langsam vollziehen, sollten derartige Veränderungen rechtzeitig identifiziert und offen angesprochen werden.

Werde unverkennbar extremistisches Gedankengut geäußert, dann sollte aber nicht einfach weggehört, sondern sachlich und unaufgeregt gegengehalten werden.

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