Nachschau - Veranstaltung am 15.06.2011

 

 

Vortragsabend

zum Thema

Die neuen Länder der ehemaligen Sowjetunion

im Spannungsfeld zwischen

Russland, der EU und USA

 

Referent:

Hauptmann d.R. Dipl.-oec.

Ralph W. Göhlert

Exportleiter eines Maschinenbauunternehmens

GfW-Sektionsleiter Düsseldorf

am Mittwoch, 15. Juni 2011, 19:30 Uhr 

im Haus Basten, Konrad- Adenauer.Str.118,
Eingang Friedlandplatz, Geilenkirchen

 

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Pressebericht

Die Nachfolgestaaten der UdSSR

aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet

Von Markus Bienwald

Geilenkirchen. Vor einem Vierteljahrhundert war es noch da, das Spannungsfeld zwischen Ost und West, der Kalte Krieg zwischen Nato und Warschauer Pakt aktueller denn je. Doch spätestens mit der Auflösung der alten UdSSR 1990 war damit Schluss. Die einstigen Gegner stehen sich nun als wirtschaftliche Partner gegenüber und die ehemaligen Staaten der Sowjetunion haben ein neues Profil gewonnen.

Josef Latour (l.) und Sektionsleier Herbert Wölfel von der GfW-Sektion Aachen/Heinsberg begrüßten

Ralph W. Göhlert als Referenten im Geilenkirchener Haus Basten. Foto: Markus Bienwald

Darüber berichtete auch der 1957 geborene Diplomökonom Ralph W. Göhlert, der auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Aachen/Heinsberg, am Mittwochabend im Geilenkirchener Haus Basten referierte. Göhlert ist aber nicht nur Ökonom und ausgebildeter Schiffskaufmann, sondern auch Vertriebsleiter eines vor allem im Osten Europas und Südosten tätigen Weltunternehmens, sondern auch Sektionsleiter der GfW Düsseldorf. So wusste er nicht nur mit seinem profunden Fachwissen um die Seele der russischen und ehemals sowjetischen Bevölkerung zu glänzen. Dank seines beruflichen und privaten Umfelds – er ist mit einer Russin verheiratet – konnte er auch viele persönliche Anekdoten in seinen lebhaften Vortrag einbinden. „Manchmal muss man hinter die Kulissen schauen“, machte er den rund 25 Anwesenden gleich zu Beginn klar. Vor dem Hintergrund, dass sich seit dem Fall des so genannten „Eisernen Vorhangs“ die ehemaligen Staaten der UdSSR vor allem wirtschaftlich rasant entwickelten, empfahl er auch, einmal in die Seele der Menschen vor Ort zu blicken. „Vielleicht können wir von osteuropäischen Menschen noch etwas lernen“, sagte er. Vor allem hinsichtlich der Toleranz gegenüber Menschen anderer Herkunft gegenüber war er beeindruckt. Aber auch die wirtschaftlichen Verflechtungen des einstigen Riesenlandes mit damals 22,4 Millionen Quadratkilometern Ausdehnung faszinieren ihn. Vor allem logistische Probleme machte er als größte Schwierigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht aus. So wundere es nicht, dass alle produzierenden Gewerbe sich am liebsten im rund 200 Kilometer Durchmesser großen „Speckgürtel“ um die 15-Millionen-Metropole Moskau ansiedelten. „Alle Wege führen sternenförmig dorthin“, weiß der Referent, „wenn sie woanders hinwollen, brauchen sie schon eine Landstraße und einen Geländewagen“. Aber auch auf augenfällige Unterschiede zwischen den neu entstandenen Staaten wies er hin. Während das in Zentraleuropa gelegene Weißrussland, auch Belarus genannt, eher noch eine Wirtschaftsstruktur nach sowjetischem Vorbild aufweist, seien andere Länder ganz anders gestrickt. So bestehe die Ukraine als zweitgrößtes europäisches Land trotz einer Annäherung an Moskau auf seiner eigenen Identität. „Das Selbstwertgefühl der ukrainischen Menschen ist in den letzten 20 Jahren sehr gestärkt worden“, fand Göhlert. Dennoch gebe es mit der Krim, einst von Chruschtschow geschenkt, ein ewiges Politikum zwischen dem heutigen Russland und der Ukraine. (mabie)

 

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