Nachschau - Veranstaltung am 11.03.2011

 

Vortragsabend

zum Thema

Der Islam- eine Religion wie jede andere?

Referent:

Dr. Kinan Jaeger

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn

am Freitag, 11. März 2011, 19.30 Uhr

im Haus Basten, Konrad- Adenauer.Str.118,
Eingang Friedlandplatz, Geilenkirchen

 

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Pressebericht

Mehr als 90 Besucher informierten

sich über den Islam

von Markus Bienwald

Geilenkirchen. Eine rund einstündige, sehr lebhafte Diskussionsrunde stand am Ende des interessanten Vortragsabends „Der Islam – Eine Religion wie jede andere?“ im Bürgersaal des Hauses Basten. Eingeladen dazu hatte die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Aachen/Heinsberg, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Neben einleitenden Worten durch Sektionsleiter Herbert Wölfel wurden die über Gäste bei dieser zweiten gemeinsamen sicherheitspolitischen Veranstaltung mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg auch von deren stellvertretender Leiterin Dr. Ulla Louis-Nouvertné begrüßt.

Josef Latour (l.) und Sektionsleiter Herbert Wölfel (r.) von der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) begrüßten im Geilenkirchener Haus Basten gemeinsam mit Dr. Ulla Louis-Nouvertné von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg den Referenten Dr. Kinan Jaeger. Foto: Markus Bienwald

(Zum Vergrößern: Bild anklicken)

Für den einen oder anderen Besucher an diesem Abend war aber auch der Gastredner des Abends, Dr. Kinan Jaeger, kein Unbekannter. Der Lehrbeauftragte der Universität Bonn ist unter anderem studierter Politikwissenschaftler, promovierte zum Thema „Die Bedeutung des Palästinenser-Problems für die deutsch-israelischen Beziehungen“ und war schon Gast der GfW. Im ersten Teil seines Vortrages skizzierte er die Grundzüge des Islam. So ging er auf die „Fünf Säulen“ ein, die Glaubensbekenntnis, Fasten, Mekka-Besuch, das fünfmalige tägliche Beten und Spenden beinhalten. Natürlich wurden hier auch Besonderheiten des Islam berücksichtigt, vor allem im Vergleich zum Christentum und anderen Religionen. „Der Islam gilt heute als die am schnellsten wachsende Religion der Welt“, befand Dr. Jaeger hier, „besonders in Nordafrika“. Im Zusammenhang mit dem Verhalten, sowie der raschen Expansion vergaß der Referent auch nicht, den „Islamismus“ zu erläutern. „Es ist der Versuch, den Islam zu politisieren und für eigene Zwecke zu instrumentalisieren“, machte er klar. So sollten in dieser extremen Lesart der Religion alle Bereiche des öffentlichen Lebens an die Spielregeln des Korans angepasst werden. Zwar würden der Koran hier oft sehr eigensinnig interpretiert, wie Jaeger erklärte seien selbst islamistische Gruppen wie die „Muslimbrüder“ in Ägypten oder die „Hisbollah“ im Libanon pragmatischer geworden bei der Umsetzung ihrer Ziele. Angesichts der Tatsache, dass selbst Demonstranten in den Unruhegebieten Nordafrikas bisher nicht auf die Errichtung eines „Gottesstaates“ gedrängt hätten, untermauerte dies noch. Hinsichtlich der „Demokratiefähigkeit“ des Islam gab es das größte Interesse des Publikums. Vor allem die aktuellen Vorgänge in Nordafrika und Teilen des Nahen Ostens sind für Dr. Kinan Jaeger Möglichkeiten, sich in Sachen Demokratie zu beweisen. „Ob die Demokratisierung von Teilen des islamischen Raumes erfolgreich ist, ist rein spekulativ“, fand der Referent. Allerdings fände es der Westen wichtig, eventuell entstehende, totalitär geprägte islamistische „Gottesstaaten“ zu verhindern. Pate stehen könne hier eventuell das politische Modell der Türkei, „für die Trennung von Religion und Staat benötigt die arabische Welt aber einige Zeit“, schloss er. Denn eine wirkliche Reform, die auch den Islam mit einbeziehe, sei bisher nicht erkennbar gewesen. Perspektiven für die Bevölkerung könnten allerdings durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze, Zugang zu Bildung, die Bekämpfung des Analphabetismus und Verbesserung der Infrastruktur geschaffen werden. (mabie)

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